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Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Demografischer Wandel - Ältere Beschäftigte > Demografischer Wandel - Ältere Beschäftigte
Stichworte: Unsere Beschäftigten sind im Vergleich zu unseren Wettbewerbern deutlich älter. Was kann ich auf Managementebene tun, um diese Problematik `in den Griff zu bekommen`?

Frage:

Unsere Beschäftigten sind im Vergleich zu unseren Wettbewerbern deutlich älter. Was kann ich auf Managementebene tun, um diese Problematik "in den Griff zu bekommen". Gibt es da beispielhafte "Kataloge" mit Maßnahmen und/ oder Instrumenten?

Antwort :

Konkrete Handlungsschritte zur Bewältigung des demografischen Problems in einem Betrieb beginnen immer damit, dass die Ausgangssituation und ein Zukunftsszenario für den jeweiligen Betrieb ermittelt werden. Neben einer Altersstrukturanalyse für den jetzigen Zeitpunkt und den Zeitpunkt in 5 oder 10 Jahren sind weitere Handlungskonzepte im Bereich demografischer Wandel notwenig. Es gilt, gegenwärtige und zukünftige Probleme der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit zu erkennen und Handlungsstrategien zur Bewältigung des demografischen Wandels zu entwickeln.

Bei der Frage, welche Handlungsfelder für meinen Betrieb wesentlich sind, helfen Kurzchecks zur Bewertung der derzeitigen Situation. Ein guter Kurzcheck ist in dem Projekt
STABILA vorgegeben. In einer Zeit von ca. 15 Minuten erhält man einen Überblick, in welchen Handlungsfeldern konkret Maßnahmen ergriffen werden müssen. Die Handlungsfelder sind Personalentwicklung, Qualifizierung, Arbeitsorganisation, betriebliche Gesundheitsförderung, Führung und Unternehmenskultur. Je nach Art des Betriebes (z.B. Dienstleister) lohnt sich auch ein Blick auf die Felder Kundenbedürfnisse und Weiterentwicklung der Produkte.

Überall, wo im Kurzcheck eine Frage mit eher nein beantwortet wird, ergibt sich ein konkreter Hinweis auf den Handlungsbedarf in Ihrem Betrieb. In den einzelnen vorgenannten Handlungsfeldern können folgende Handlungsansätze zum Tragen kommen:
1. Personalentwicklung: Personalbestandsanalyse, Personalbedarfsanalyse, Personalveränderungsmanagement, Karriereplanung und belastungsorientierte Lohn- und Laufbahngestaltung
2. Qualifizierung: lebenslanges Lernen, Kompetenzen aktivieren und fördern, Teamarbeit, Gruppenarbeit, Jobrotation, Wissens- und Erfahrungsmanagement
3. Arbeitsorganisation: Arbeitsplatzkataster, Arbeitsbewältigungsindex, Arbeitsprozesse, Arbeitsinhalte, Ergonomie, alterskritische Anforderungen, Arbeitszeit, (Nacht- und Schichtarbeit, Zeitdruck, Jobsharing, flexible Arbeitszeiten)
4. Betriebliche Gesundheitsförderung: Prävention, Stressmanagement, Krankentage/Fehlzeiten, Rückkehrgespräche, betriebliches Eingliederungsmanagement, Leistungsvermögen im Alter
5. Führung: Führungsverhalten, Fach- und Sozialkompetenz, Mitarbeitergespräche, Jahresplanung, Motivation, Fehlerkultur, Qualitätsorientierung
6. Unternehmenskultur: positives Image, gute Arbeit, mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur, Vertrauen, Stolz, Fairness, Respekt, Leitbild, familienfreundlicher Betrieb
7. Kundenbedürfnisse/ Weiterentwicklung: Kundenansprüche, seniorengerechte Angebote im Handwerk, neue Märkte für ältere Dienstleister, Kundenzufriedenheit, Veränderungsfähigkeit, Kaufverhalten, Öffentlichkeitsarbeit

Wichtig bei all diesen Fragen, welche Handlungsfelder für den Betrieb vorrangig sind und welche zunächst angegangen werden, ist ein mitarbeiterorientiertes Vorgehen. Dabei sollte man aber kritisch vorgehen und durch Abschätzungen festlegen, ob die Auswahl der getroffenen Handlungsfelder wirklich zielführend ist. Rechtzeitiges Gegensteuern in Form von Auswahl anderer Handlungsfelder ist sinnvoller als der Versuch, unerreichbare Ziele auf Gedeih und Verderb durchzudrücken.

Hinweis:
Die Initiative
DEMOGRAFIE AKTIV unterstützt Betriebe und Beschäftigte bei der Gestaltung des demografischen Wandels. Mit dem Management-Instrument DEMOGRAFIE AKTIV können praxisgerechte Demografie-Prozesse in Betrieben aller Branchen gestaltet werden. Im Land Nordrhein-Westfalen kann die Gestaltung betrieblicher Demografie-Prozesse mit dem Förderangebot Potentialberatung unterstützt werden.

Dialognummer: 5844
Stand: 07.03.2013

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