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Nutzerpfad: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > zulässige Arbeitszeitdauer
Stichworte: Welche Arbeits-/Fahrtzeiten sind bei Fahrten mittels Mietwagen zu Besprechungen zulässig?

Frage:

Um zu Besprechungen bei unseren Kunden zu fahren, werden von den Kollegen häufig Mietwagen benutzt. Hier führt immer wieder das Arbeitszeitgesetz zu Diskussionen: ist es aus arbeitschutzrechtlicher Sicht erlaubt, die 10-Stunden-Grenze zu überschreiten (z.B. 8 Stunden "Diskussion" + 5 Stunden Autofahrt zum Termin). Wo sind die Grenzen?
Meines Erachtens stellt sich die Situation wie folgt dar:
Lenkzeit + Arbeitszeit = max 10 Stunden. Liege ich falsch?

Antwort :

Arbeitsschutzrechtliche Regelungen zu Arbeitszeiten sind im Arbeitszeitgesetz - ArbZG getroffen. Die Beurteilung von Fahrtzeiten ist nicht eindeutig geregelt und deshalb vom Einzelfall abhängig.

Grundsätzlich gilt, dass die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer 8 Stunden nicht überschreiten darf. Sie kann auf bis zu 10 Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden nicht überschritten werden (§ 3 ArbZG). Werden die nach dem Arbeitszeitgesetz zulässigen Arbeitszeiten überschritten, ist dies eine Ordnungswidrigkeit gemäß § 22 ArbZG, die mit einer Geldbuße von der zuständigen Arbeitsschutzbehörde geahndet werden kann.

Da die Anreise zum Besprechungsort als Selbstfahrer durchgeführt wird, zählt die Fahrtzeit für den Fahrer in jedem Fall als Arbeitszeit im Sinne des ArbZG. Für Mitfahrer (Beifahrer) im PKW ist die reine Fahrtzeit nicht als Arbeitszeit gemäß ArbZG zu werten. Sofern die Mitfahrer während der Fahrt den Außendienst vor- oder nachbereiten, z.B. Aktenstudium, Abrechnungen  usw., kann es sich auch für sie um Arbeitszeit handeln. Eine abschließende Festlegung kann von KomNet nicht vorgenommen werden. Bitte sprechen Sie ihre zuständige Arbeitsschutzbehörde an.


Dialognummer: 9877
Stand: 24.06.2015

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