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Stichworte: Darf die Notrufnummer 112 im firmeninternen Telefonnetz auf eine ständig besetzte Leitwarte laufen?

Frage:

Darf die Notrufnummer 112 im firmeninternen Telefonnetz auf eine ständig (24 Std.) besetzte Leitwarte laufen oder muß sie sofort direkt (ohne die sonst übliche 0-/Amtsleitung) auf die öffentlichen Leitstelle geschaltet werden?

Antwort :

Nach den Bestimmungen des § 10 Abs. 1 des Arbeitsschutzgesetzes , ArbSchG www.gesetze-im-internet.de/arbschg/ hat der Arbeitgeber entsprechend der Art der Arbeitsstätte und der Tätigkeiten sowie der Zahl der Beschäftigten die Maßnahmen zu treffen, die zur Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten erforderlich sind. Dabei hat er der Anwesenheit anderer Personen Rechnung zu tragen. Er hat auch dafür zu sorgen, daß im Notfall die erforderlichen Verbindungen zu außerbetrieblichen Stellen, insbesondere in den Bereichen der Ersten Hilfe, der medizinischen Notversorgung, der Bergung und der Brandbekämpfung eingerichtet sind.
Zur Ersten Hilfe sind Erläuterungen in der Unfallverhütungsvorschrift  BGV A 1, http://publikationen.dguv.de  : Dritter Abschnitt Erste Hilfe und der zugehörigen Regel BGR A 1 aufgeführt.  Danach hat der Arbeitgeber Meldeeinrichtungen zur Verfügung zu halten. Dies kann z.B. durch ein amtsangeschlossenes Telefon gewährleistet werden. Andere Lösungen z.B. mobile Telefone, automatische Notrufsysteme sind auch möglich. (§ 25 BGV A1 und BGR A1).
Es ist in den Arbeitsschutzvorschriften nicht explizit vorgegeben, wie der Notruf aus dem Betrieb an die Notfallstelle abzugeben ist. Den Informationen unter www.bgdp.de/pages/arbeitsicherheit/grundinfo/erste-hilfe/tft-2005-03-S-21-22.htm ist zu entnehmen, dass bei der Wahl des Notrufes dieser grundsätzlich direkt bei der Notfallstelle auflaufen soll.
Es kann aber auch im Notfall nachteilig sein, wenn ein Notruf direkt bei der Notfallstelle aufläuft, ohne dass eine im Betrieb vorhandene Leitstelle informiert ist. Es ist nämlich dann durchaus möglich, dass der Rettungswagen am Werktor/Betriebseingang eintrifft, ohne dass jemand über den Notfall näher informiert ist und die Rettungskräfte zur Unfallstelle geleiten kann. Zeit, die man zunächst zu gewinnen glaubte, kann dadurch wieder verloren gehen.
Es muss daher stets im Einzelfall unter Berücksichtigung der betrieblichen Gesamtsituation entschieden werden, wie ein Notruf abzusetzen ist. Dabei sollte sich der Arbeitgeber von der Fachkraft für Arbeitssicherheit, vom Betriebsarzt und vom Betriebsrat beraten und unterstützen lassen.

Stand: Dezember 2009


Dialognummer: 9851
Stand: 11.12.2009

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