Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Gefährdungen durch Arbeitsmittel und Einrichtungen
Stichworte: Ist das Stillsetzen einer gesamten Thermalölanlage nur durch Heizungsnotschalter ohne redundante Auswertegeräte und ohne direkte Unterbrechung der Energiezufuhr aller Pumpen zulässig?

Frage:

In unserem Unternehmen betreiben wir eine erdgasgefeuerte Thermalölanlage mit einer Heizleistung von 2,7 MW.
Der Anlagenerrichter hat außerhalb des Heizraumes einen Heizungsnotschalter installiert, der bei Betätigung die Abschaltung des Brenners und der Umwälzpumpe bewirkt.
Nun werden aus dem Hauptkreis auch noch weitere kleinere Kreise gespeist, jeder mit einer eigenen Pumpe. Die Steuerung für diese Abgänge ist von der Brennersteuerung separiert.
Nun haben wir den Anlagenbauer gefragt, ob für die separaten Pumpen und deren Steuerung nicht ein eigener Not-Halt-Kreis erforderlich wäre, damit die Pumpen im Notfall spannungsfrei gesetzt werden können.
Der wiederum meint, dass durch das Betätigen des Heizungsnotschalters und damit auch das Abschalten der Umwälzpumpe ein plötzlicher Druckabfall erzeugt wird, der von der Steuerung der separaten Kreise erkannt wird und die anderen Pumpen ebenfalls ausgeschaltet werden.
Meine Frage ist jetzt, ob das Stillsetzen der gesamten Thermalölanlage nur durch Betätigen des Heizungsnotschalters ohne redundante sicherheitsgerichtete Auswertegeräte und ohne direkte Unterbrechung der Energiezufuhr aller Pumpen regelkonform ist.

Antwort :

Gemäß Anhang I, Pkt. 1.2.4.4 der alten Maschinen-Richtlinie muss bei Maschinen oder Maschinenteilen, die für ein Zusammenwirken konzipiert sind, der Hersteller die Maschine so konzipieren und bauen, dass die Befehlseinrichtungen zum Stillsetzen, einschließlich der Notbefehlseinrichtungen, nicht nur die Maschine stillsetzen können, sondern alle vor- und/oder nachgeschalteten Einrichtungen, falls deren weiterer Betrieb eine Gefahr darstellen kann.
Bei der Stillsetzung der Anlage durch den Not-Aus-Schalters muss die Energiezufuhr allpolig abgeschaltet werden. Das bedeutet, dass die gesamte Anlage durch den Not-Aus-Schalter von der elektrischen Energie getrennt werden muss und nicht nur Teilbereiche. Der Not-Aus bedeutet, dass aufgrund einer Störung oder eines Notfalls die Anlage schnellstmöglich von der einspeisenden Energie abgeschaltet werden kann.
In der neuen RL 2006/42/EG wird ebenfalls im Anhang I, Pkt. 1.2.4.4 bestimmt, dass Maschinen oder Maschinenteile die dazu bestimmt sind zusammenzuwirken, so müssen sie so konstruiert und gebaut sein, dass die Einrichtungen zum Stillsetzen, einschließlich der Not-Halt-Befehlsgeräte, nicht nur die Maschine selbst stllsetzen können, sondern alle damit verbundenen Einrichtungen, wenn von denen eine Gefahr ausgehen kann.
Das bedeutet, dass mit dem Heizungsnotschalter auch die nachgeordneten kleinen Kreise abgeschaltet werden müssen.

Informationen und Vorschriften zur alten und neuen Maschinenrichtlinie erhalten Sie unter www.maschinenrichtlinie.de.

Stand: November 2009



Dialognummer: 9730
Stand: 12.02.2010

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.