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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Begasungen > Begasungen
Stichworte: Gefahrstoffe (Methylbromid) in begasten Bambusmöbeln ausländischer Herkunft

Frage:

Dürfen Seecontainer mit Bambusmöbeln importiert werden, wenn der Container mit Methylbromid (Brommethan) begast worden ist. Methylbrommid ist nach § 15 d Gefahrstoffverordnung nur für den Holzschutz in Bauwerken anzuwenden. Die Container werden aus Indonesien über Dänemark mit der Erklärung importiert, dass 21 Tage nach der Begasung der Container ungefährlich ist.

Antwort :

Den Vorgaben der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) entsprechend ist Brommethan nach den Technischen Regeln für gefährliche Stoffe (TRGS) 905 mit Begründung in Nr. 57 TRGS 906 als krebserzeugend der Kategorie 3 sowie als giftig, reizend und umweltgefährlich eingestuft. Der Umgang mit Brommethan unterliegt damit den Beschränkungen, Verboten und Sicherheitsvorschriften, die beim Umgang mit Stoffen dieser Gefährlichkeit zur Einhaltung des Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzes notwendig sind.

Ausdrücklich zugelassen und in der TRGS 512 geregelt ist der Einsatz von Brommethan als Begasungsmittel. Die im § 15 d GefStoffV angesprochene Einschränkung der Verwendung von Brommethan zum Holzschutz in Bauwerken bezieht sich lediglich auf die Begasung von Gütern, Produkten bzw. Erzeugnissen, die nicht für den Export vorgesehen sind. Die Begasung ist jedoch zulässig zum Export in Staaten, die eine Begasung mit Brommethan zwingend vorschreiben. Zur Durchführung von Begasungen ist die Erlaubnis durch die zuständigen Behörden notwendig, wobei die Vorlage von Befähigungsbescheinigungen bzw. Nachweis der erforderlichen Sachkunde vorgeschrieben ist.

Nicht unter die Einschränkung des § 15 d GefStoffV fallen die sogennnten Raumbegasungen zum Zwecke der Schädlingsbekämpfung und Entwesung sowie Begasungen auf Schiffen. In diese Kategorie fallen auch Transportbehälter wie z.B. Frachtcontainer, deren Begasung mit Brommethan ausdrücklich zugelassen ist, wenn bestimmte technische Voraussetzungen wie z.B. eine ausreichende Gasdichtigkeit erfüllt sind. Dazu ist vorgeschrieben, dass ausserhalb eines Gefahrenbereiches, der während der Einwirkzeit abzusperren ist, das Begasungsmittel nicht nachweisbar sein darf, wie z.B. nicht mehr als 0,5 ppm bei Brommethan.

Im geschilderten Fall handelt es sich um einen Import aus Indonesien, in dem das europäische Gefahrstoffrecht nicht gültig ist. Die Begasung der Bambusmöbel wären in unserem Rechtsbereich nicht zulässig, kann jedoch im Hersteller-Land durchaus zugelassen sein. Da jedoch in unserem Rechtsbereich lediglich der Umgang mit Brommethan vor Ort sowie der Export begaster Güter geregelt ist, unterliegt der Import der begasten Bambusmöbel keiner Einschränkung durch das Gefahrstoffrecht.

Die Begasung von Containern ist auch in unserem Rechtsbereich zulässig, wenn die in der TRGS 512 formulierten Anforderungen erfüllt werden. Wenn es sich wie im Fallbeispiel um einen importierten, begasten Container mit Gütern handelt, muss vor dem Entladen gegebenenfalls durch ein geeignetes Messverfahren sichergestellt werden, dass sowohl das begaste Gut als auch der begaste Container ausreichend entgast sind. Ein mit Brommethan begaster Raum wie z.B. ein Container darf erst dann freigegeben werden, wenn nach mindestens 12 Stunden Lüftung das Begasungsmittel auch in Zwischen- und Hohlräumen nicht mehr nachweisbar ist. 

 (Stand: 24.04.2002)

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