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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Entzündliche Flüssigkeiten > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (1.2.2)
Stichworte: Darf Diesel von einem Tankzug zum anderen in einer geschlossenen Halle umgetankt werden?

Frage:

Wir müssen Diesel von einem Tankzug in einen anderen Tankzug umladen. Das Fahrzeug, das umgeladen wird, befindet sich einer in einer Halle und wird über den Domdeckel befüllt, die Höhe der Halle beträgt ca. 4 Meter. Bei dem Umladen ist das Hallentor geschlossen, so dass gerade der Füllschlauch darunter her passt.
Ist diese Art der Umladung erlaubt oder müssen sich beide Fahrzeuge im Freien befinden.

Antwort :

Bei der Befüllung des Tankfahrzeuges muss eine Einrichtung vorhanden sein, die das Überfüllen des Tanks sicher verhindert. Weitere relevante Anforderungen ergeben sich aus dem technischen Regelwerk, z. B. der TRbF 60 "Ortsbewegliche Behälter" und TRbF 30 "Füll- und Entleerstellen" (Seite Brennbare Flüssigkeiten (VbF) der Gewerbeaufsicht Baden-Württemberg). Tanks und Transportbehälter dürfen nur an Stellen befüllt werden, die den Anforderungen an Füllstellen nach der TRbF 30 entsprechen. Transportbehälter dürfen nur im Vollschlauchsystem mit nach dem Totmannprinzip schließenden Zapfventil bei einem Volumenstrom von max. 200 l/min im freien Auslauf befüllt werden. (Anhang 3 der TRbF 30).

Konkrete Vorgaben für den Betrieb von Tankfahrzeugen können Sie der auch der BGI 857 "Sicherer Betrieb von Tankfahrzeugen für Mineralölprodukte" entnehmen. Nach Ziffer 4.1.5 der BGI 857: "(...) das Umfüllen vom Tank des Anhängers in den Tank des Zugwagens ist im öffentlichen Verkehrsraum grundsätzlich zu vermeiden. In einigen Bundesländern sind solche Umfüllvorgänge verboten; in anderen bedürfen sie der Genehmigung durch die zuständige Behörde."
Bei Probennahme oder Be- und Entladevorgängen auf Fahrzeuge sind geeignete Absturzsicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Konkrete Anforderungen für den Auf- und Abstieg sowie das Begehen des Fahrzeuges sind u.a. in der Unfallverhütungsvorschrift BGV D29 "Fahrzeuge" in den §§ 24 und 25 zu finden. Vergleiche auch insbesondere den informativen Anhang 2 der Durchführungsanweisung zur BGV D29 und die BGI 857. Relevant sind auch die BGR 198 "Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz" und die BGI 826 "Schutz gegen Absturz - Auffangsysteme sachkundig auswählen, anwenden und prüfen". In den
Merkblättern T 015 Eisenbahnkesselwagen für Flüssigkeiten und T 045 Tankfahrzeuge der BGRCI werden weitere Hinweise zu dieser Thematik gegeben.

Es wird empfohlen, die speziellen Anforderungen mit der zuständigen Arbeitsschutzbehörde und/oder der unteren Wasserbehörde der kreisfreien Stadt oder des Kreises zu klären.
Unfallverhütungsvorschriften und BG-Regeln /-Informationen können unter http://publikationen.dguv.de 
recherchiert werden.


Dialognummer: 9629
Stand: 12.02.2010

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