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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Welche Anforderungen bestehen an ein Reinigungsunternehmen bezüglich der Reinigung von Arbeitskleidung, die mit potentiell infektiösem Material kontaminiert ist?

Frage:

Welche Anforderungen bestehen an ein Reinigungsunternehmen bezüglich der Reinigung von Arbeitskleidung, die mit potentiell infektiösem Material kontaminiert ist. Ist ein Zertifikat erforderlich ?

Antwort :

Entsprechende  Regelungen zum Betreiben von Wäschereien für mindestens infektionsverdächtige Wäsche finden Sie in der BG Regel - BGR 500 Kapitel 2.6 . Neben den in der im Kapitel 2.6 genannten Anforderungen sind auch die Vorschriften der Biostoffverordnung und der entsprechenden technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe - TRBA einzuhalten.
Regelungen sind insbesondere in der TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“
www.baua.de aufgeführt.
Sie führt ausdrücklich die „Behandlung infektionsverdächtigen bzw. infektiösen Materials in Wäschereien (unreine Seite)“ als mögliche Kontaktquelle mit biologischen Arbeitsstoffen auf.
Unter Punkt 7.2 „Umgang mit benutzter Wäsche“ wird Näheres zur sicheren Handhabung der Wäsche gesagt. U. a. wird auf das Einsammeln der Wäsche, den Transport von Wäschesäcken sowie das Befüllen der Waschmaschinen eingegangen.
Schutzmaßnahmen könnten hier z. B. sein:
- Kein Sortieren der Wäsche
- Sammlung der Wäsche in speziellen Behältern oder Säcken
- Geschlossener Transport
- Einrichtung von Schwarz-Weiß-Bereichen
- Händedesinfektion
- etc.

Zum Umgang mit benutzter Wäsche in Wäschereien siehe auch − Merkblatt der Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik für Wäschereien mit Waschgut, von dem eine Infektionsgefahr für die Beschäftigten ausgeht (Best.-Nr. TA 2048) www.begete.de ,
− Robert-Koch-Institut
www.rki.de : Anforderungen der Hygiene an die Wäsche aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes, die Wäscherei und den Waschvorgang und Bedingungen für die Vergabe von Wäsche an gewerbliche Wäschereien
- Anlage zu den Ziffern 4.4.3 und 6.4 der Richtlinie Krankenhaushygiene und
Infektionsprävention, Bundesgesundheitsblatt 38, 1995, S. 280-283
www.bbghev.de/ (pdf).

Relevant könnte zudem die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge - ArbMedVV sein, wenn nach der Gefährdungsbeurteilung Tätigkeiten mit belasteter Wäsche ausgeführt werden, die im Anhang zur ArbMedVV aufgeführt sind, wie Tätigkeiten in Einrichtungen zur medizinischen Untersuchung, Behandlung und Pflege von Menschen und Betreuung von behinderten Menschen einschließlich der Bereiche, die der Versorgung bzw. der Aufrechterhaltung dieser Einrichtungen dienen, bei denen es regelmäßig und in größerem Umfang zu Kontakt mit Körperflüssigkeiten, -ausscheidungen oder -gewebe kommen kann. 

Ein Zertifikat ist arbeitsschutzrechtlich nicht erforderlich. Ob Anforderungen bezüglich der Hygienevorschriften bestehen sollten sie mit ihrem zust. Gesundheitsamt abklären.

Welche Gefährdungen konkret bestehen und welche Maßnahmen zu treffen sind, kann nur im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden. Diese ist mit Unterstützung des Betriebsarztes und der Fachkraft für Arbeitssicherheit vom Arbeitgeber zu erstellen. 
 


Dialognummer: 9330
Stand: 22.12.2009

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