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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege
Stichworte: Gibt es aktuell weitergehende Vorgaben für Betontreppen und Geländer?

Frage:

Gibt es aktuell weitergehende Vorgaben als die der alten BGI 561 "Treppen", die für Betontreppen ein Geländer mit Fußleisten forderte?

Antwort :

Maßgebliche Rechtsvorschrift für die Gestaltung von Verkehrswegen in Arbeitsstätten ist die Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV, www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16486/ , die dazu erlassenen Arbeitsstättenregeln und die bislang noch weiter anzuwendenden Arbeitsstättenrichtlinien.
So wird unter Ziffer 1.8 des Anhangs zur ArbStättV gefordert, dass Verkehrswege, einschließlich Treppen, fest angebrachte Steigleitern und Laderampen  so angelegt und bemessen sein üssen, dass sie je nach ihrem Bestimmungszweck leicht und sicher begangen oder befahren werden können und in der Nähe Beschäftigte nicht gefährdet werden.
Unter Abschnitt 5 der ASR 17/1,2 Verkehrswege wird zu Geländer und Handlaufe folgendes ausgeführt:
"Treppen, Treppenabsätze und Treppenöffnungen müssen durch Geländer gesichert sein. Die Höhe der Geländer muß lotrecht über der Stufenvorderkante mindestens 1,00 m betragen. Bei möglichen Absturzhöhen von mehr als 12 m muß die Geländerhöhe mindestens 1,10 m betragen.
Die Geländer müssen so ausgeführt sein, daß sie in der angegebenen Mindesthöhe eine Horizontalkraft von mindestens 500 N/m aufnehmen können.
Abweichend genügt ein Lastansatz von 300 N/m für Geländer an Treppen, die nur zu Kontroll- und Wartungszwecken begangen werden.
Geländer müssen so ausgeführt sein, daß Personen nicht hindurchstürzen können. Grundsätzlich ist das Füllstabgeländer mit senkrecht angebrachten Stäben dem Knieleistengeländer vorzuziehen. Treppengeländer in Gebäuden, in denen mit dauernder oder häufiger Anwesenheit von Kindern gerechnet werden muß, dürfen nur Öffnungen aufweisen, die nicht breiter als 12 cm sind.
Handläufe sollen dem Treppenbenutzer einen sicheren Halt bieten. Sie müssen so geformt sein, daß sie ein sicheres Umgreifen ermöglichen. An den freien Seiten der Treppen müssen Handläufe ohne Unterbrechung über den gesamten Treppenlauf geführt werden. Die Enden der Handläufe müssen so gestaltet sein. daß man daran nicht hängenbleiben oder abgleiten kann.
Treppen mit mehr als vier Stufen müssen
einen Handlauf haben, soweit dieser nicht bereits aufgrund des Bauordnungsrechts der Länder bei einer geringeren Stufenzahl gefordert wird; der Handlauf sollte in Abwärtsrichtung gesehen an der rechten Treppenseite angebracht sein,
auf beiden Seiten Handläufe haben, wenn die Stufenbreite mehr als 1.50 m beträgt,
und zusätzlich
Zwischenhandläufe haben, mit denen sie in zwei gleiche Breitenabschnitte unterteilt werden, wenn die Stufenbreite mehr als 4.0 m beträgt."

Eine Fussleiste wird also für Treppengeländer hiernach nicht gefordert.

Berufsgenossenschaftliche Informationen - BGI enthalten Hinweise und Empfehlungen, die die praktische Anwendung von Regelungen zu einem bestimmten Sachverhalt erleichtern sollen. Die BGI/GUV-I 561 Treppen, Ausgabedatum: 04.1991
in der Fassung vom 07.2010, ist derzeit in Überarbeitung und wird voraussichtlich in Kürze unter http://publikationen.dguv.de  veröffentlicht. Bitte sprechen Sie dazu Ihren Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft/Unfallkasse) an.  Zu Fußleisten wird in der überarbeiteten BGI 561 folgendes ausgeführt:
"Knieleistengeländer werden häufig an ortsfesten Zugängen zu maschinellen Anlagen eingesetzt und verfügen als Schutz gegen Ab- oder Hindurchstürzen über eine Fußleiste, die Knieleiste und den Handlauf. Die Fußleiste hat eine Höhe von mindestens 10 cm und ist 1 cm über der Stufenvorderkante angebracht. Die Knieleiste befindet sich mittig zwischen Fußleiste und Handlauf, wobei der Abstand zu beiden 50 cm nicht überschreiten sollte."

Darüber hinaus werden keine Vorgaben zu Fußleisten an Treppengeländer  gestellt.

Ein Geländer ist unabhängig von einer Treppe als Absturzsicherungsmaßnahme nötig an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen, bei denen die Gefahr des Absturzes von Beschäftigten oder des Herabfallens von Gegenständen bestehen oder die an Gefahrenbereiche grenzen, um zu verhindern, dass Beschäftigte abstürzen oder durch herabfallende Gegenstände verletzt werden oder in die Gefahrenbereiche gelangen (Ziffer 2.1 Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen des Anhangs zur ArbStättV). 
Umwehrungen sind gemäß Abschnitt 2. Sicherung gegen Absturz und Hineinstürzen der ASR 12/1-3 so zu gestalten, dass die Arbeitnehmer nicht hindurchfallen können, z.B. durch Stäbe, Knieleisten, Gitter, feste Ausfüllungen. Die Umwehrungen müssen außerdem Fußleisten von mindestens 0,05 m Höhe haben oder einen gleichwertigen Schutz bieten, mit Ausnahme im Verlauf von Treppen. Bei Umwehrungen mit senkrechten Zwischenstäben darf deren lichter Abstand nicht mehr als 0,18 m betragen *). Bei Umwehrungen mit einer oder mehreren Knieleisten darf der Abstand zwischen Fuß- und Knieleiste, zwischen Knieleiste und Handlauf, ggf. zwischen Knieleiste und Knieleiste, nicht größer als 0,50 m sein. Bei Umwehrungen mit anderen Ausfüllungen dürfen die Öffnungsflächen in einer Richtung keine größere Länge als 0,18 m haben.

Stand: September 2009




Dialognummer: 9165
Stand: 17.11.2009

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