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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Beschaffenheit von Fluchtwegen
Stichworte: Sind Übersteighilfen im Verlauf von Fluchtwegen zulässig?

Frage:

Ist bei Erreichen einer Verkürzung des Fluchtwegs um mehrere 10 m die Fluchtwegführung über ein oder mehrere (im Notfall anzuhaltende) Förderbänder bei Installation von Übersteighilfen für den Notfall zulässig?

Antwort :

Sollte in Ihrem Fall das Förderband als Fluchtweg (als Verkehrsweg im Laufe des Rettungsweges) benutzt werden, ist dies nach Ziff. 2.3 des Anhangs zur Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und der Arbeitsstättenrichtlinie ASR 17/1,2 nicht zulässig, da das Förderband nicht den Anforderungen eines sicher begehbaren, ebenen und trittfesten Verkehrsweges entspricht (auf dem Förderband könnte auch noch Fördergut liegen). Zulässig wäre lediglich, wenn über das Förderband eine Fluchtweg-Treppe installiert wird, in dessen Verlauf das Förderband nicht betreten werden muss (Aufstiegstreppe, Laufsteg über das Förderband, Abstiegstreppe).
Hierbei ist zu beachten, dass die Treppen und die Wegabmaße in Breite und Höhe den Anforderungen der ASR 17 genügen müssen. Alternativ könnte überlegt werden, ob ein Segment des Förderbandes im Notfall im Laufe des Rettungsweges wie eine Tür geöffnet werden könnte (z.B. durch hochklappen). In diesem Fall muss jedoch auch gewährleistet sein, dass das Förderband zum Zeitpunkt des Öffnens sofort zum Stillstand kommt, die Personen nicht durch Fördergut sowie durch das Förderband und dessen technische Einrichtungen gefährdet werden können. Die „Tür“ (Öffnung eines Segmentes des Förderbandes) muss ohne Hilfsmittel benutzt werden können.

Hinweis zu Ziff. 3.1 ASR 17/1,2: Ein Verkehrsweg wird dann als trittsicher bezeichnet, wenn der Untergrund 40 ausreichend fest und belastbar, die Oberfläche eben und gleitsicher, d. h. rutschhemmend, ausgeführt ist). Der Oberflächenbelag ist den maximalen Beanspruchungen durch Schleifen, Rollen, Kollern, Druck, Stoß und Schlag sowie der Verkehrsbelastung entsprechend zu wählen.
Der tragende Untergrund muss alle Belastungen aufnehmen können. Einbauten, wie Schachtabdeckungen, Abläufe, Roste müssen in die Verkehrsfläche bündig eingepasst sein und DIN EN 124, DIN 1229 sowie DIN 19 580 entsprechen. Verkehrswege müssen als solche erkennbar sein und erforderlichenfalls von den übrigen mit ihnen in einer Ebene liegenden Flächen sichtbar abgegrenzt werden (z.B. Farbe, Bodenbeläge, Bodennägel, Markierungsleuchten, Leitplanken, Geländer, Lagergut). Das gilt auch für Gehwege, wenn sie vom Fahrverkehr getrennt werden sollen.
Verkehrswege, die als Bühnen, Laufstege oder Galerien angeordnet sind und höher als 1,00 m über dem Boden liegen, oder solche, die über offene Behälter führen, müssen durch Geländer mit Knie und Fußleiste gesichert sein.
Verkehrswege sind während der Dauer der Benutzung ausreichend und sachgemäß zu beleuchten (siehe DIN 5034 Teil 1 und DIN 5035 Teil 2). Lichtschalter müssen nahe an den Eingängen der Räume angebracht und leicht und gefahrlos erreichbar sein.

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