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Nutzerpfad: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > zulässige Arbeitszeitdauer
Stichworte: Überstundenausgleich im Krankenhaus (Intensivpflege)

Frage:

Im Arbeitsbereich "Krankenhaus" kommt es aus unterschiedlichen Gründen (Personalmangel, erhöhtes Arbeitsaufkommen, etc.) immer wieder vor, dass Mitarbeiter Mehrarbeit bzw. Überstunden leisten müssen. So habe z.B. ich als Krankenpfleger im letzten Jahr ca. 80 Stunden Mehrarbeit geleistet. Leider war es nicht möglich, mir diese zusätzlich geleisteten Tage wieder in Freizeit auszugleichen. Vielmehr ist es bei meinem Arbeitgeber üblich, dass diese Mehrarbeit nach 6 Monaten mit Überstundenzuschlag vergütet wird (BAT). Da die Arbeitsbelastung in meinem Arbeitsbereich (Intensivpflege) sehr hoch ist, wäre mir ein Freizeitausgleich für die geleistete Mehrarbeit natürlich lieber. Meine Fragen sind nun:
- Gibt es eine Höchstgrenze für Mehrarbeit / Überstunden?
- Habe ich ein Recht auf Freizeitausgleich und wie kann ich
dieses durchsetzten?
- Und nach welchem Zeitraum ist mein Arbeitgeber verpflichtet,
mir für meine geleistete Mehrarbeit auch wieder Freizeit zu
erstatten?


Antwort :

Nach §3 Arbeitszeitgesetz darf die werktägliche Arbeitszeit der Beschäftigten vom Beginn bis zum Ende der Beschäftigung ohne Ruhepausen 8 Stunden nicht überschreiten.
Sie kann auf bis zu 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 6 (Kalender-) Monaten oder 24 Wochen ein Ausgleich auf durchschnittlich 8 Stunden gewährleistet ist.
(Hinweis: Tarifvertraglich können auch längere Ausgleichszeiträume festgelegt werden).

Bei einer Arbeitszeitverlängerung auf 10 Stunden ergibt sich eine gesetzlich zulässige wöchentliche, werktägliche Höchstarbeitszeit von 60 Stunden.
Die halbjahres-durchschnittliche werktägliche Arbeitszeit liegt bei 8 Stunden bzw. bei 48 Stunden/Woche.

Die tarifliche bzw. arbeitsvertragliche Wochenarbeitszeit im öffentlichen Dienst und im kirchlichen Bereich liegt bei rund 38 Stunden.
Bei einer Mehrarbeit von 80 Stunden/Jahr kann zwar die tarifliche Arbeitszeit überschritten sein, nicht jedoch die durchschnittliche werktägliche Arbeitszeit von 8 Stunden als gesetzliche Obergrenze des §3 Arbeitszeitgesetz.

Die Frage eines Anspruches auf Freizeitausgleich ist daher eine rein arbeitsrechtliche bzw. tarifrechtliche und ggf. mitbestimmungsrechtliche Frage. Es wird daher empfohlen sich diesbezüglich mit dem örtlichen Personalrat/der Mitarbeitervertretung in Verbindung zu setzen.

(Stand: 06.06.2002)

Dialognummer: 899

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