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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Zulässige Belastungen > Grenzwerte
Stichworte: Spanende Bearbeitung von Gussteilen - Grenzwerte für Eisen-/Kohlenstofffeinstaub etc.

Frage:

Gibt es Grenzwerte für entstehende Gefahrstoffe (z.B. Eisen-, Kohlenstofffeinstaub) bei der spanenden Bearbeitung (z.B. Fräsen) von Gusseisen?

Falls ja, in welchen Vorschriften oder technischen Regeln finden sich diese Grenzwerte?

Antwort :

In den gesetzlichen Regelwerken ist festgeschrieben, dass der Arbeitgeber die für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen ermitteln und dokumentieren muss (§§ 5/6 Arbeitsschutzgesetz, ArbSchG, § 7 Gefahrstoffverordnung - GefStoffV). Insbesondere beim Umgang mit Gefahrstoffen sind vom Arbeitgeber umfangreiche Ermittlungs-, Schutz-, und Überwachungspflichten wahrzunehmen (Dritter Abschnitt Gefahrstoffverordnung). Bei der Auswahl von Schutzmaßnahmen ist zu beachten, dass technische Schutzmaßnahmen gegenüber organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen vorrangig anzuwenden sind .

Die spanende Metallbearbeitung umfasst u.a. Schleifen, Drehen, Fräsen und Bohren.
Bei dieser Bearbeitung können Gefahrstoffe
- aus dem bearbeiteten Werkstück selbst, z.B. Schwermetalle, oder
- aus den verwendeten Betriebs- und Hilfsstoffen, z.B. Löse- und Reinigungsmittel, Kühlschmierstoffe, Beschichtungen, Lacke, Klebstoffe, stammen bzw.
- im Zuge der Bearbeitung gebildet und
- als Gase, Dämpfe, Nebel, Rauche oder Stäube freigesetzt werden.

Eine Zusammenstellung zum Umgang mit Gefahrstoffen ist z.B. im Sicherheitslehrbrief „Umgang mit Gefahrstoffen“ (
BGI 546) zusammengestellt. Als Beispiel einer spanenden Metallbearbeitung wurden in einem Forschungsbericht die beim Schleifen von Werkstücken freigesetztem Schadstoffe bestimmt und bewertet (BAuA Fb 427).
Vorrangig ist durch technische Schutzmaßnahmen, z.B.
- die Auswahl des Verfahrens,
- der Werk-, Betriebs- bzw. Hilfsstoffe,
- Einkapselung des Prozesses,
- Erfassung und Absaugung freigesetzter Stoffe am Entstehungsort sicherzustellen, dass die Arbeitnehmer vor der Aufnahme von Gefahrstoffen durch
- Einatmen,
- Verschlucken bzw.
- Hautkontakt
geschützt sind und keine akuten oder chronischen Gesundheitsschäden erleiden.
Aber auch wenn keine Gefahrstoffe vorliegen oder freigesetzt werden, sind die in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe 500 - TRGS 500 genannten Mindeststandards von Schutzmaßnahmen einzuhalten.
Bei Stäuben von Arbeitsstoffen, die selbst keine Gefahrstoffe sind, wie z.B. Eisen und Kohlenstoff (Graphit) aus dem Gusseisen, muss zumindest der aktuelle Allgemeine Staubgrenzwert von 3 mg/m³ für die alveolengängige, bis in die tiefsten Bronchien eindringende Staubfraktion („A-Staub“) eingehalten werden. Nur unter bestimmten Voraussetzungen ist noch der bisherige Allgemeine Staubgrenzwert von 6 mg/m³ anwendbar, z.B. wenn mit dem Stand der Technik nicht anders möglich. Spätestens ab 01.04.2004 ist außerdem ein Grenzwert von 10 mg/m³ für die gesamte einatembare Staubfraktion („E-Staub“) einzuhalten. Dieses Grenzwertkonzept ist detailliert in Nr. 2.4 der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 900) beschrieben.
Der Allgemeine Staubgrenzwert ist nur gültig für Stoffe ohne stoffspezifische Grenzwerte. Enthält das Gusseisen noch Legierungsbestandteile wie z.B. Chrom, Nickel, Vanadium, sind auch deren Grenzwerte bzw. die Grenzwerte der möglicherweise im Bearbeitungsprozess entstehende Verbindungen zu berücksichtigen (Grenzwerte einer Auswahl möglicher Legierungsbestandteile in TRGS 900). Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob bei Einhaltung des Allgemeinen Staubgrenzwertes auch die stoffspezifischen Grenzwerte der Inhaltsstoffe des Staubes eingehalten werden. Ein mögliches Vorgehen und ein Modell bzw. eine Formel zur rechnerischen Abschätzung der Exposition ist in einem Handlungskonzept wiedergegeben (BAuA GA 49), das Betrieben eine Arbeitsschutzgrundlage liefern soll, nachvollziehbar Entscheidungen über die anzuwendenden Schutzmaßnahmen zu treffen.
Informationen zum Allgemeinen Staubgrenzwert finden Sie auch unter http://www.ifa-arbeitsmappedigital.de/q/Allgemeine+Staubgrenzwerte/sort/id+asc/submit/submit_search/truncation/1/suche.html  .


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