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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Raumgröße, Flächenbedarf
Stichworte: Existieren verbindliche Regelungen zum Flächenbedarf in Werkstätten, abhängig von den dort verwendeten Maschinen?

Frage:

Existieren verbindliche Regelungen zum Flächenbedarf in Werkstätten, abhängig von den dort verwendeten Maschinen? Muss z. B. der Arbeitsbereich um eine Kreissäge mit den Ausmaßen 3,30 m x 3,00 m eine bestimmte Mindestgröße haben?

Antwort :

Für den Platzbedarf an Maschinen gilt die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Nach der alten Arbeitsstättenverordnung (vor 8/2004) war ein festes Maß an Bewegungsflächen von 1,5 m² vorgeschrieben. In der derzeit geltenden Fassung der ArbStättV steht im Anhang, Nr. 3.1 zum Thema "Bewegungsfläche":
Die freie unverstellte Fläche am Arbeitsplatz muss so bemessen sein, dass sich die Beschäftigten bei ihrer Tätigkeit ungehindert bewegen können.

Diese Formulierung bedarf der Auslegung. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz und Betriebssicherheitsverordnung sollen die Bewegungs- und Verkehrsflächen festgelegt werden. Nach
Ziffer 2.15 des Ahangs 1 der Betriebssicherheitsverordnung muss für Produktions-, Einstellungs-, Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten an Arbeitsmitteln für die Beschäftigten ein sicherer Zugang zu allen hierfür notwendigen Stellen vorhanden sein.
Weiter sollte für die Planung der Verkehrswege die Ziffer 1.8 des Anhangs zur Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV herangezogen werden:
(1) Verkehrswege, einschließlich Treppen, fest angebrachte Steigleitern und Laderampen müssen so angelegt und bemessen sein, dass sie je nach ihrem Bestimmungszweck leicht und sicher begangen oder befahren werden können und in der Nähe Beschäftigte nicht gefährdet werden.
(2) Die Bemessung der Verkehrswege, die dem Personenverkehr, Güterverkehr oder Personen- und Güterverkehr dienen, muss sich nach der Anzahl der möglichen Benutzer und der Art des Betriebes richten.
(3) Werden Transportmittel auf Verkehrswegen eingesetzt, muss für Fußgänger ein ausreichender Sicherheitsabstand gewahrt werden.
(4) Verkehrswege für Fahrzeuge müssen an Türen und Toren, Durchgängen, Fußgängerwegen und Treppenaustritten in ausreichendem Abstand vorbeiführen.
(5) Soweit Nutzung und Einrichtung der Räume es zum Schutz der Beschäftigten erfordern, müssen die Begrenzungen der Verkehrswege gekennzeichnet sein.
(6) Besondere Anforderungen gelten für Fluchtwege (Ziffer 2.3). "

Auf die entsprechenden Erläuterungen in den Leitlinien zur Arbeitsstättenverordnung A1 Fehlende Maßzahlen und G1.2 - Abmessungen von Räumen weisen wir hin http://lasi.osha.de/de/gfx/publications/lasi_publications.php .

Die ASR 17/1,2 "Verkehrswege" konkretisiert die Anforderungen der ArbStättV. Gemäß der Ziffer 2.4 "Maße" derASR 17/1,2 werden Breiten der Verkehrswege (Fahrverkehr) in Abhängigkeit des Transportmittels bzw. Ladegutes vorgegeben. Dabei wird zu der Breite des Ladegutes bzw. des Transportmittels ein Mindestrandzuschlag von 2 x 0,5 m (2 x 0,75 m bei gleichzeitigem Gehverkehr) angesetzt. Bei Gegenverkehr muss dieser entsprechend erhöht werden (Begegnungszuschlag). Die Längen des Transportgutes und die erforderlichen Wenderadien müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Gegebenenfalls kann auch bei Gegenverkehr der Verkehrsweg bei genügend Ausweichstellen einspurig geführt werden.

Fazit: Bei der Auslegung der Verkehrs- und Bewegungsflächen ist die Dauer der Benutzung der Maschinen, der Platzbedarf für das Rohmaterial und Fertigmaterial, die Reihenfolge der Bearbeitung der Werkstücke an verschiedenen Maschinen, der Materialtransport, der Geh- und Fahrverkehr und die größtmögliche Personenanzahl zu berücksichtigen.

Hinweis: Für die Planung von Fluchtwegen sollte die neue Arbeitsstättenregel ASR A2.3 -Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan- herangezogen werden.

Stand: April 2009


Dialognummer: 8746
Stand: 18.09.2009

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