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Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Leistungsgewandelte Arbeitnehmer/innen, (Schwer-) Behinderung > Leistungsgewandelte Arbeitnehmer/innen, (Schwer-) Behinderung
Stichworte: Kann ein Behinderter in der Verladung von Gefahrgütern eingesetzt werden, wo mit Vollschutzmasken gearbeitet werden muss?

Frage:

Bin zu 50 % behindert aufgrund eines erblindeten Auges und eines wackelsteifen Sprunggelenkes.
Mein Arbeitgeber will mich in der Verladung von Gefahrengütern unterbringen, wo mit Vollschutzmaske gearbeitet wird. Ist dies überhaupt möglich bei meiner Behinderung?
Das Sichtfeld ist extrem eingeschrenkt und ich bin Brillenträger.

Antwort :

Grundsätzlich gilt, dass die Integration eines behinderten Mitarbeiters vom Betriebsarzt unter
Berücksichtigung
· der realen Arbeitsanforderungen,
· des Grades der Einschränkung (hier des Sehvermögens und der Beweglichkeit) sowie
· des Fortschritts der individuellen Anpassung an das veränderte Sehvermögen
erfolgen sollte.

Für die Tätigkeit muss eine Gefährdungsbeurteilung durch den Arbeitgeber durchgeführt werden. Dabei sind die speziellen Gefahren für besonders schutzbedürftige Beschäftigte (Menschen mit Behinderungen, Jugendliche, etc.) zu berücksichtigen. Besondere Regelungen für die Arbeitsplatzgestaltung und der Arbeitstätigkeit sollten auch mit dem Betriebsarzt abgestimmt werden. 
A
uf das Erfordernis nach einer barrierefreien Gestaltung von Arbeitsplätzen gemäß § 3 Abs. 2 Arbeitsstättenverordnung (siehe auch LV 40 Leitlinien zur Arbeitsstättenverordnung,  http://lasi.osha.de/de/gfx/publications/lasi_publications.php ) weisen wir hin.
Für die Tätigkeitsbereiche Verpackung und Verladung von Gefahrstoffen / Gefahrgütern sind die Vorschriften der Gefahrstoffverordnung heranzuziehen. Konkret sind hier die §§ 8 und 9 GefStoffV zu nennen. Nach § 9 Abs. 3  GefStoffV gilt, dass das Tragen von belastender persönlicher Schutzausrüstung (z.B. Vollschutzmaske), anstelle von technischen oder organisatorischen Maßnahmen, als ständige Maßnahme nicht zulässig ist.
Weiterhin müssen Atemschutzträger arbeitsmedizinsche Vorsorgeuntersuchungen erhalten. Für das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppen 2 und 3 sind dies Pflichtuntersuchungen im Sinne der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV). In der ArbMedVV sind Regelungen des staatlichen Rechts und der Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften vereinheitlicht und zusammengeführt (siehe z.B. auch http://www.bg-metall.de/praevention/arbeitssicherheit/asa-briefe/asa-brief-22.html oder http://www.arbeitsmedizinpodcast.de/transkriptionen/001-arbmedvv/  ). Die ArbMedVV unterscheidet in Pflichtuntersuchungen, Angebotsuntersuchungen und Wunschuntersuchungen.
Für Tätigkeiten (Umgang) mit bestimmten Gefahrstoffen sind ebenfalls arbeitsmedizinsche Pflicht- oder Angebotsuntersuchungen vorgesehen. Siehe Teil 1 im Anhang der ArbmedVV.

Der Arbeitgeber hat diese arbeitsmedizinschen Vorsorgeruntersuchungen zu gewährleisten. Im Rahmen der Vorsorge durch den Betriebsarzt werden die persönlichen Einschränkungen auf Grund der Behinderung mit der vorgesehenen Tätigkeit abgeglichen und beurteilt. Der Betriebsarzt sollte zu einem eindeutigen Votum kommen; ggf. müssen zur Beurteilung Fachärzte hinzugezogen werden.

Die Integrationsämter des Landschaftsverbandes fördern die berufliche Eingliederung von schwerbehinderten Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Wir empfehlen daher, dass ihr Arbeitgeber sich mit dem zuständigen Integrationsamt (http://www.integrationsaemter.de/webcom/show_article.php/_c-526/_nr-6/_lkm-767/i.html) in Verbindung setzt. Speziell die Fachdienste können individuell eine Beratung zur Einrichtung und Ausstattung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung anbieten (z.B. http://www.lwl.org/LWL/Soziales/integrationsamt/fachdienste/ oder http://www.lvr.de/soziales/arbeit_behinderung/beratung_begleitung/integrationsfachdienste.htm).

Unterstützung erhalten Sie auch von der betrieblichen Schwerbehindertenvertretung und vom Beauftragten des Arbeitgebers in Schwerbehindertenangelegenheiten.

Stand: Juli 2009


Dialognummer: 8614
Stand: 26.08.2009

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