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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (1.4.4)
Stichworte: Müssen Personen, die Elektroarbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen ausführen sollen, über entsprechende Explosionsschutz-Kenntnisse verfügen?

Frage:

Wenn es um die Prüfungen der Anlagen in Ex-Bereichen geht, ist in den einschlägigen Vorschriften (BetrSichV nebst Technischer Regeln, BGR 104) explizit geregelt, dass diese von entsprechend "befähigten Personen" zu erfolgen haben.

Wie steht es aber mit Instandhaltungsarbeiten? Wenn z.B. Elektroarbeiten an einer ex-gefährlichen Anlage auszuführen sind, können diese dann von "jeder" Elektrofachkraft (nach erfolgter Unterweisung) durchgeführt werden, oder muss die Person dann auch über entsprechende Explosionsschutz-Kenntnisse verfügen?


Antwort :

Die mit der Instandsetzung der ATEX-Geräte / -Anlagen betrauten Personen sollten neben einer technischen Berufsausbildung und einer einschlägigen Berufserfahrung, auch eine zeitnahe berufliche Tätigkeit im Umfeld der beabsichtigten Instandsetzungstätigkeit auch im Bereich der nicht elektrischen Maschinenteile und Sicherheitseinrichtungen aufweisen. Die Personen müssen über die für ihre Tätigkeit notwendigen Wekzeuge, Mess- und Prüfeinrichtungen und die notwendigen technischen Herstellerunterlagen wie Ersatzteillisten und Zeichnungen verfügen, sowie eingewiesen und unterwiesen sein. 

Grundlage für die Qualifikation des Instandsetzers ist neben § 8 Betriebssicherheitsverordnung auch Nr. 2.5 des Anhangs 2 der BetrSichV. Unter Nr. 2.5 des Anhangs 2 der BetrSichV ist festgelegt, dass die Benutzung (Gebrauch, Instandsetzung, Wartung,.....) der Arbeitsmittel dazu geeigneten, unterwiesenen oder beauftragten Beschäftigten vorbehalten bleibt. Regelungen zu geeigneten fachkundigen Personen beim Umgang mit elektrischen Betriebsmitteln sind z.B. in der berufgenossenschaftlichen Vorschrift
BGV A 3 "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" getroffen.

BGV A 3 § 3 Grundsätze:
"Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur vor einer Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft den elektrotechnischen Regeln entsprechend errichtet, geändert und instandgehalten werden. Der Unternehmer hat ferner dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel den elektrotechnischen Regeln entsprechend betrieben werden."

Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt eine Überprüfung vor Inbetriebnahme durch eine zugelassene Überwachungsstelle oder durch eine befähigte Person je nach Geräte- oder Anlagentyp, d.h. es erfolgt eine qualifizierte Kontrolle nach Abschluss der Montagearbeit bzw. Instandsetzung (vergl. §§ 10 und 14 BetrSichV). 

Konkretere Vorgaben zur Qualifikation der Mitarbeiter, die Anlagen errichten, montieren, reparieren, warten oder instandsetzen werden im Arbeitsschutzrecht nicht getroffen. Der Arbeitgeber muss sich vergewissern, dass die Beschäftigten befähigt und geeignet sind die übertragenen Tätigkeiten sicherheitsgerecht ausführen zu können (vergl. § 7 Arbeitsschutzgesetz).

Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.


Dialognummer: 8134
Stand: 13.07.2009

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