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Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Wie oft muss ein volljähriger Auszubildender in einem Chemielabor der Schutzstufe 4 jährlich unterwiesen werden?

Frage:

Wir beschäftigen in unserem Betrieb einen (volljährigen) Auszubildenden.
Die Berufsausbildung zum Mikrotechnologen findet u. a. in unserem Applikationslabor (Chemielabor der Schutzstufe 4) statt. Der Auszubildende ist 26 Jahre alt und im 2. Ausbildungsjahr.
Muss dieser Auszubildende zweimal jährlich durch eine Arbeitsschutzunterweisung unterrichtet werden oder ist eine einmal jährliche Arbeitsschutzunterweisung ausreichend?

Antwort :

Die Unterweisung der Beschäftigten beim Umgang mit Gefahrstoffen ist unter § 14 Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten der Gefahrstoffverordnung - GefStoffV geregelt:

Auszug aus § 14 GefStoffV

 (2) Der Arbeitgeber stellt sicher, dass die Beschäftigten anhand der Betriebsanweisung über auftretende Gefährdungen und entsprechende Schutzmaßnahmen mündlich unterwiesen werden. Die Unterweisung muss vor Aufnahme der Beschäftigung und danach mindestens jährlich arbeitsplatzbezogen durchgeführt werden. Sie muss in für die Beschäftigten verständlicher Form und Sprache erfolgen. Inhalt und Zeitpunkt der Unterweisung sind schriftlich festzuhalten und vom Unterwiesenen durch Unterschrift zu bestätigen.

(3) Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass für alle Beschäftigten, die Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durchführen, eine allgemeine arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung durchgeführt wird. Diese Beratung soll im Rahmen der Unterweisung nach Absatz 2 erfolgen. Dabei sind die Beschäftigten über Angebotsuntersuchungen nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge zu unterrichten sowie auf besondere Gesundheitsgefahren bei Tätigkeiten mit bestimmten Gefahrstoffen hinzuweisen. Die Beratung ist unter Beteiligung des Arztes nach § 7 Abs. 1 der in Satz 3 genannten Verordnung durchzuführen, falls dies aus arbeitsmedizinischen Gründen erforderlich sein sollte.

Bei Tätigkeiten mit krebserzeugenden, erbgutverändernden und fruchtbarkeitsgefährdenden Gefahrstoffen sind ergänzende Schutzmaßnahmen gemäß § 11 GefStoffV (Schutzstufe 4) zu treffen.  Die Gefahrstoffverordnung fordert für diese Tätigkeiten nicht generell einen halbjährlichen Turnus für die Unterweisungen. Wie unter § 14 GefStoffV festgelegt, müssen Unterweisungen mindestens jährlich durchgeführt werden. Den konkreten zeitlichen Abstand der Unterweisungen muss der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermitteln und festlegen.

Die mindestens halbjährlich zu wiederholdende Unterweisung betrifft die Beschäftigung von Jugendlichen gemäß § 29 Jugendarbeitsschutzgesetz - JArbSchG. Jugendlicher im Sinne des JArbSchG ist, wer 15, aber noch nicht 18 Jahre alt ist.

Auf folgende Regelwerke weisen wir hin:
TRGS 526 Laboratorien, www.baua.de
TRGS 555 Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten, www.baua.de
BGR 120 - Richtlinien für Laboratorien, http://publikationen.dguv.de  

 

 


Dialognummer: 8127
Stand: 13.07.2009

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