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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Rauche und Motoremissionen
Stichworte: Wie gefährlich ist der Rauch beim Aluminiumschweißen für den Schweißer? Welche Maßnahmen sind zu treffen?

Frage:

Technologie: Schweißen Aluminium (AlMg3) - Wie gefährlich ist der Schweißrauch für den Schweißer? Welche Maßnahmen sind zu treffen?

Antwort :

Zur möglichen Wirkung von Aluminiumpartikeln im Schweißrauch auf die menschliche Gesundheit wird in der DGUV- Information 209-016   "Schadstoffe beim Schweißen und bei verwandten Verfahren" (bisher BGI 593) folgendes ausgeführt:
"Aluminiumoxid (Al2O3) - kann zu einer Staubablagerung in der Lunge führen. Unter bestimmten Umständen kann eine Aluminose (Pneumokoniose) auftreten, die nicht reversibel wie die Siderose ist. Dabei ist weniger die Dauer als die Intensität der Einwirkung des Aluminiumoxids von Bedeutung. Reizerscheinungen der Atemwege können ebenfalls auftreten."

Bei Verfahren der Schweißtechnik, bei denen mit hohen Schadstoffkonzentrationen und/oder mit kritischen Stoffen in der Luft am Arbeitsplatz gerechnet werden muss, ist der Einsatz von Absaugeinrichtungen zum direkten örtlichen Erfassen der entstehenden Schadstoffe die wirksamste Schutzmaßnahme.
Beim Metall-Inertgasschweißen (MIG) von Aluminium-Werkstoffen muss zusätzlich zum Schweißrauch (in der Form von Aluminiumoxid) die Ozon-Bildung (durch die UV-Strahlung und die stark reflektierenden Werkstoffe) berücksichtigt werden. Die Rauchentwicklung ist dagegen in den meisten Fällen kleiner als beim MAG-Schweißen (Ziffer 3.1.3.1 DGUV Information 209-016).

Laserstrahl-Plasmaschweißen von Aluminiumwerkstoffen (Ziffer 3.1.7 DGUV Information 209-016):
Diese Verfahrenskombination erlaubt eine deutliche Erhöhung der Schweißgeschwindigkeit und wird bei Aluminiumwerkstoffen sowohl mit CO2 als auch mit Nd:YAG-Laser eingesetzt. Auch hier sind im Vergleich zum einfachen Laserstrahlschweißen höhere Schadstoff-Emissionsraten zu erwarten. Für die Auswahl der Leitkomponenten sind auch die eingesetzten Werkstoffe maßgebend. Hier sind die Leitkomponenten Ozon und aluminiumoxidhaltiger Schweißrauch - die gleichzeitig auftreten - zu berücksichtigen. Eine wirksame Absaugung sollte unmittelbar im Entstehungsbereich der vorgenannten Schadstoffe eingesetzt werden.

Bei Aluminium-Silicium-Legierungen sind die Ozon-Konzentrationen höher als bei Reinaluminium und wesentlich höher als bei Aluminium-Magnesium-Werkstoffen.

Schutzmaßnahmen müssen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach dem Gefahrstoffrecht ausgewählt werden. Die lüftungstechnischen Maßnahmen bzw. Absaugungen sind in Abhängigkeit des ermittelten Gefahrenpotenzials nach der DGUV Information 209-016 und der TRGS 528 - "Schweißtechnische Arbeiten" festzulegen.

Vergleiche auch die DGUV Information 213-712 -  "BG/BGIA-Empfehlung für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverodnung: Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG-Schweißen)" (bisher BI 790-012).

Allgemeine Informationen zum Schweißen und den Belastungen werden auch in den ASA-Briefen - Anregungen für den Arbeitsschutzausschuß angeboten:ASA-Brief 18 -Schweißen.


 


Dialognummer: 8120
Stand: 26.04.2016

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