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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Fußböden
Stichworte: Kann von den rutschhemmenden Eigenschaften für Bodenbeläge von der BGR 181 abgewichen werden?

Frage:

Im Anhang 1 zur BGR 181 ist erwähnt, dass unter Berücksichtigung der betriebl. Verhältnisse, von den Richtwerten an die Rutschhemmung von Bodenbelägen, abgewichen werden kann.
Im konkreten Fall geht es um die Sanitärräume für Personal in einem Ärztehaus. Die im Anhang dargestellten WC Räume (eingewolkt) mit Handwaschbecken, dienen lediglich der Verrichtung der Notdurft. Waschgelegenheiten sind in Verbindung mit den Umkleideräumen gegeben.
Kann in den hier dargestellten WC-Räumen eine Bodenfliese der Bewertungsgruppe R9 statt R10 eingebaut werden?
Behandlungs- und OP-Räume, ebenso Friseursalons benötigen auch nur Oberböden der Bewertungsgruppe R9.
Wieso sind Sanitärräume in der BGR 181 hier höher bewertet?

Antwort :

Anforderungen an Fußböden findet man in der aktuellen Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV im Anhang nach § 3 Abs. 1 ArbStättV. Unter Ziffer 1.5 Abs. 2 wird aufgeführt, dass Fußböden in Räumen keine Unebenheiten, Löcher, Stolperstellen oder gefährliche Schrägen aufweisen dürfen. Des Weiteren müssen sie gegen Verrutschen gesichert, tragfähig, trittsicher und rutschhemmend sein. Die Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 37/1 bestimmt in Ziffer 4.6, dass Fußböden und Wände in Toilettenräumen aus einem Material bestehen müssen, das sich feucht reinigen läßt (z. B. keramische Fliesen, Kunststoffe).

Neben der genannten BGR 181 kann die Rutschfestigkeit von Fußböden in Arbeitsräumen mittels dem Merkblatt M 10 der Berufsgenossenschaft für Großhandel und Warendistribution - BGHW beurteilt werden. Informationen erhalten sie auch in der AS-Information -Unfallsichere Gestaltung von Fußböden- ASI-4.40/05: http://www.bgn.de/files/9427/24530/currentVersion/wcoi4a4dfbd06360b.pdf.
Für zahlreiche Arbeitsräume und -bereiche wurden Anforderungen an die Rutschhemmung ermittelt und in einer BG-Regel (BGR 181) festgelegt. Die Festlegungen dieses Anhangs sind Richtwerte, von denen im Einzelfall unter Berücksichtigung der vorhandenen oder der zu erwartenden betrieblichen Verhältnisse abgewichen werden kann.

Bei einer Bewertung der Rutschgefahr sind folgende Kriterien zu Grunde zu legen:

- Häufigkeit des Auftretens gleitfördernder Stoffe, inkl. Wasser auf dem Boden und deren Verteilung,
- Art und Eigenschaft der gleitfördernden Stoffe,
- die Nutzungsintensität und die Anzahl der Nutzer,
- die Häufigkeit der Reinigung,
- sonstige bauliche, verfahrenstechnische und organisatorische Verhältnisse

Hinweis: Die Ausführung der Fußböden mit einer Rutschhemmungsgruppe von R 9 stellt schon den untersten Wert aller im Anhang zur BGR 181 genannten Bereiche dar. Ein Abweichen von den Richtwerten sollte deshalb schon ausreichend hinsichtlich der o.g. Kriterien begründet sein.

Bodenbeläge in Arbeits- und Verkehrsbereichen mit unzureichender Rutschhemmung können u.U. nachträglich in ihrer Rutschhemmung verbessert werden. Hierzu werden Oberflächenbehandlungen wie Oberflächenfinish, mechanische oder chemische Nachbehandlungen angeboten (siehe auch Merkblatt M 9 "Verbesserung der Rutschhemmung..."der BGHW).

Wir empfehlen, die Frage der Ausnahme mit dem Aufsichtsdienst der zuständigen Berufsgenossenschaft oder der staatlichen Aufsicht (-> Arbeitsschutz in ....) vor Ort zu klären.

Stand: Mai 2009


Dialognummer: 8080
Stand: 10.07.2009

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