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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Asbest
Stichworte: Ist es zulässig asbesthaltiges Bauschuttgemisch mittels einer Brecheranlage vor Ort zu brechen und als RCL-Material zu verwenden?

Frage:

Bei einem (unsachgemäßen) Gebäudeabbruch ist eine Vermischung von (asbesthaltigen) Faserzementprodukten mit dem übrigen (unbelasteten) Bauschutt eingetreten. Die asbesthaltigen Materialien im Bauschutt sind zerbrochen und liegen zum Teil in Form von sehr kleinen (kaum oder nicht aussortierbaren) Plattenbruchstücken vor.
Das Abbruchunternehmen beabsichtigt, das vorliegende Bauschuttgemisch mittels einer Brecheranlage vor Ort zu brechen und als RCL-Material zu verwenden.

Meine Fragen an Sie:
1. Welche Massenanteile an Faserzement bzw. an Asbest sind im vorliegenden Bauschuttgemisch aus Sicht des Arbeitsschutzes und des Umgangs mit Gefahrstoffen für ein Zerkleinern im Brecher zulässig und tolerierbar? Ab welchem Asbestgehalt ist ein solches Gemisch als asbestfrei anzusehen?

2.Kann der in Frage stehende mineralische Bauschutt, der mit asbesthaltigen Faserzementplattenbruchstücken vermischt ist, als Erzeugnis oder als Zubereitung im Sinne der GefStoffV angesehen werden?
Wenn ja - wäre es entsprechend Anhang IV Nr. 1 Abs. 1 GefStoffV zulässig, ein solches, nicht asbestfreies Gemenge mittels einer Brecheranlage zu zerkleinern, wenn in diesem Gemisch weniger als 0,1 Gewichts-% Asbest oder (bei Asbestzement mit ca. 10 % Asbest) weniger als etwa 1 Gewichts-% asbesthaltige Faserzementmaterialien enthalten sind?

Antwort :

Gemäß Gefahrstoffverordnung - GefStoffV, www.baua.de  besteht ein grundsätzlich Herstellungs- und Verwendungsverbot für asbesthaltige Zubereitungen und Erzeugnisse. Davon ausgenommen sind nur Tätigkeiten im Rahmen von Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (§ 18 Gefahrstoffverordnung i.V.m. Anhang IV Nr. 1 "Asbest" GefStoffV).

Bei zulässigem Umgang mit asbesthaltigen Erzeugnissen wie Faserzementprodukte sind die im Anhang III Nr. 2 "Partikelförmige Gefahrstoffe" GefstoffV i.V.m. der TRGS 519 "Asbest, Abbruch-, Sanierungs- oder
Instandhaltungsarbeiten" genannten Schutzmaßnahmen und Anzeigepflichten auf der Grundlage einer gemäß  § 7 GefStoffV durchgeführten Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung  zu treffen und einzuhalten.

Wir gehen davon aus, dass bei Einhaltung der v.g. Vorschriften die in der Frage beschriebene Vermischung von asbesthaltigem und asbestfreiem Material  hätte vermieden werden können. Bei dem in Rede stehendem Fall wurde eine große Menge unbelasteter Bauschutt durch einen unsachgemäß ausgeführten Abbruch mit  Asbestzementplatten vermischt. Eine Recyclingfähigkeit dieser Zubereitung darf nicht dadurch herbeigeführt werden, dass eine "Verdünnung" vorgenommen wird, bis der Gesamtmassengehalt der Zubereitung nicht mehr als 0.1 % Asbest enthält.

In dem hier vorliegenden Fall ist  nur eine gemeinwohlverträgliche Abfallentsorgung , wie in § 18 Abs. 1 Satz 2 Ziffer 3 Gefahrstoffverordnung aufgeführt, zulässig.

Stand: Mai 2009


Dialognummer: 8072
Stand: 07.05.2009

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