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Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Leistungsgewandelte Arbeitnehmer/innen, (Schwer-) Behinderung > Leistungsgewandelte Arbeitnehmer/innen, (Schwer-) Behinderung
Stichworte: Hat ein schwerbehinderter Arbeitnehmer, der ganztägig am PC arbeitet, Anspruch auf besondere (zusätzliche) Pausenzeiten?

Frage:

Hat ein schwerbehinderter Arbeitnehmer, der ganztägig am PC arbeitet, Anspruch auf besondere (zusätzliche) Pausenzeiten? Beispielsweise nach Ablauf einer Stunde?

Antwort :

Das Arbeitszeitgesetz, welches arbeitsschutzrechtliche Regelungen zur Arbeitszeit und Ruhepausen trifft, sieht für Schwerbehinderte keine gesonderten Regelungen vor. Auch die speziellere Vorschrift für Arbeiten am PC, die Bildschirmarbeitsverordnung, sieht keine speziellen Regelungen für Schwerbehinderte vor.
Allerdings haben schwerbehinderte Menschen gemäß § 81 Abs. 4 SGB IX (Sozialgesetzbuch IX) gegenüber ihrem Arbeitgeber u.a. Anspruch auf
"…. behinderungsgerechte Einrichtung und Unterhaltung der Arbeitsstätten einschließlich der Betriebsanlagen, Maschinen und Geräte sowie der Gestaltung der Arbeitsplätze, des Arbeitsumfeldes, der Arbeitsorganisation und der Arbeitszeit, unter besonderer Berücksichtigung der Unfallgefahr, unter Berücksichtigung der Behinderung und ihrer Auswirkungen auf die Beschäftigung. "
Allgemein hängt die Dauer und Häufigkeit von "Computerpausen" in hohem Maße von den Arbeitsbedingungen und der Tätigkeit am Bildschirmgerät ab. Der Arbeitgeber hat nach dem Arbeitsschutzgesetz bzw. der Bildschirmarbeitsverordnung durch eine Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu ergreifen sind, damit gesundheitsgerechte Bedingungen am Bildschirmarbeitsplatz sichergestellt werden können. Eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen und die Festlegung von Unterbrechungen der Bildschirmarbeit z.B. durch Pausen sollte vor Ort in Zusammenarbeit mit der Sicherheitsfachkraft und/oder dem Betriebsarzt erfolgen. Im vorliegenden Fall kann auch die Schwerbehindertenvertretung hinzugezogen werden. 
Nach § 5 der Bildschirmarbeitsverordnung hat der Arbeitgeber die Tätigkeit der Beschäftigten so zu organisieren, dass die tägliche Arbeit an Bildschirmgeräten regelmäßig durch andere Tätigkeiten oder durch Pausen unterbrochen wird, die jeweils die Belastung durch die Arbeit an Bildschirmgeräten verringern. Das heißt z.B., dass der Arbeitgeber zunächst zu versuchen hat, die Arbeit an Bildschirmgeräten so zu organisieren, dass sie durch andere belastungsreduzierende Tätigkeiten unterbrochen wird. Erst in zweiter Linie kommen Unterbrechungen durch Pausen in Frage.
Mit der Forderung nach regelmäßiger Unterbrechung der Bildschirmarbeit durch andere Tätigkeiten, die die Belastung durch die Arbeit am Bildschirmgerät verringern, ist das Konzept „Mischarbeit“ angesprochen. Ziel von „Mischarbeit“ ist es, dass das Bildschirmgerät ein „normales“ Arbeitsmittel des Beschäftigten ist, das nicht Inhalt und Art der Aufgabenerledigung diktiert oder dominiert. Mischarbeitsmodelle für die unterschiedlichsten Tätigkeitsfelder sind im Rahmen des Programms „Arbeit und Technik“ im Auftrag der Bundesregierung entwickelt worden.


Dialognummer: 8061
Stand: 08.06.2009

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