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Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Persönliche Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Welche Atemschutzmasken werden zur Vorbeugung der neuen Grippe/Schweinegrippe empfohlen?

Frage:

Zur Vorbeugung der Schweinegrippe wollen wir Atemschutz für 600 Mitarbeiter kaufen.
Reichen da die normalen Hygienemasken oder müssen es unbedingt die Atemschutzmasken der Schutzstufe FFP3 (Schutz gegen Viren, Bakterien unw.) sein? Wenn P3 Masken empfohlen werden, kann ich diese den Mitarbeitern ggf. 8 Stunden zumuten?
Deshalb die Nachfrage ob Hygienemasken ausreichen oder FFP 1 oder P2? Zudem sind FFP 3 Masken sehr teuer.

Antwort :

Über spezielle Maßnahmen des Arbeitsschutzes informiert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin unter http://www.baua.de . Im Beschluss 609 "Arbeitsschutz beim Auftreten von Influenza unter besonderer Berücksichtigung des Atemschutzes" des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe  werden Informationen zum Atemschutz gegeben:

"5.4.3 Atemschutz
Hinweis: Eine Zuordnung verschiedener Tätigkeiten zum Atemschutz ist aus der Tabelle (Anlage 1) ersichtlich. Die Eigenschaften von FFP-Masken und MNS sind in Anlage 2 beschrieben.

5.4.3.1 Verwendung von FFP1-Masken und Mund-Nasen-Schutz (MNS)
Bei Tätigkeiten, bei denen ein Kontakt zu Verdachtsfällen besteht, wird das Tragen von FFP1-Masken für erforderlich gehalten. Dies gilt auch grundsätzlich beim Betreten von Patientenzimmern.
Für den Fall, dass während einer Pandemie nicht genügend zertifizierte Atemschutzmasken zur Verfügung stehen, wird der Einsatz von solchen MNS-Produkten empfohlen, die die wesentlichen Kriterien einer FFP1-Maske (Filterdurchlass, Gesamtleckage und Atemwiderstand) erfüllen [11], auch wenn sie nicht nach PSA-Richtlinie [19] zertifiziert sind.

5.4.3.2 Verwendung von FFP2- oder FFP3-Masken
Bei allen Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten Hustenstößen ausgesetzt sein können, sind FFP2-Masken zu tragen. Wird das Husten des Patienten provoziert, z.B. während einer Bronchoskopie, Intubation oder beim Absaugen, sind FFP3 Masken zu tragen. Beispiele siehe Nr. 6.

5.4.3.3 Hinweise zum korrekten Aufsetzen von FFP-Masken
Nach dem Anlegen der partikelfiltrierenden Halbmaske ist das Ausatemventil (sofern vorhanden) zu verschließen. Durch leichtes Ausatmen der Luft entsteht in der Maske ein spürbarer Überdruck. Bei Ausströmen von Luft über den Dichtrand muss die Maske neu angepasst werden. Ist ein Verschließen des Ausatemventils nicht möglich, kann diese Methode nicht angewendet werden.
Es wird darauf hingewiesen, dass beim Tragen eines Bartes im Bereich der Dichtlinie von Atemschutzgeräten die erwartete Schutzwirkung wegen des schlechten Dichtsitzes nicht zu erreichen ist.

5.4.3.4 Hinweise zur Tragedauer und Wiederverwendbarkeit von FFP-Masken
Unbenutzte FFP-Masken weisen nur einen geringfügig erhöhten Atemwiderstand auf [12]. Bei den vorherrschenden physischen Anforderungen an die Gerätträger bei der medizinischen Erstversorgung, der ambulanten und Krankenhausversorgung und -behandlung sowie in der Pflege ist - unter der Voraussetzung der einmaligen Benutzung der Maske - im Allgemeinen eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem BG-Grundsatz G26 entbehrlich. Erst bei längerem Tragen der FFP-Maske oder großer physischer Belastung ist als Vorraussetzung für das Tragen eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem BG-Grundsatz G 26 erforderlich [13, 14].

FFP-Masken sind aus hygienischen Gründen nach der Benutzung zu entsorgen.

Für den Fall, dass während einer Pandemie FFP-Masken nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und nur die Möglichkeit besteht, auf bereits benutzte Masken zurückzugreifen, können diese ausnahmsweise unter folgenden Bedingungen auch mehrfach, jedoch längstens über eine Arbeitsschicht, eingesetzt werden [siehe auch 15]:
- vor und nach dem Absetzen der Maske sind die Hände zu desinfizieren, Kontaminationen der Innenseite sind zu vermeiden
- die Maske wird nach Gebrauch trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Behältern!) und
- die Maske wird anschließend vom selben Träger benutzt (der Zugang durch andere Personen muss ausgeschlossen sein). "

Auf die Informationen unter www.rki.de/ weisen wir ebenfalls hin.


Dialognummer: 8031
Stand: 23.06.2009

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