Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Technische Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Sind durchstichsichere Abwurfbehälter noch erforderlich, wenn Nadeln und Kanülen auf sichere Systeme umgestellt sind?

Frage:

Ich bin Sicherheitsfachkraft in einem Krankenhaus. Wir haben unsere Nadeln und Kanülen gemäß TRBA 250 auf sichere Systeme umgestellt. Jetzt stellt sich bei uns die Frage, ob die durchstichsicheren Abwurfbehälter noch erforderlich sind, da dort nun keine ungeschützten spitzen Gegenstände eingefüllt werden. Gibt es hierzu eine verbindliche/einheitliche Regelung oder kann man entsprechend der Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilungen vorgehen?

Antwort :

Bezüglich der Entsorgung benutzter spitzer, scharfer oder zerbrechlicher Arbeitsgeräte ist Ziffer 4.2.5 Absatz 6 der TRBA 250 relevant. Dort ist folgendes nachzulesen:

Gebrauchte spitze und scharfe medizinische Instrumente einschließlich derer mit Sicherheitsmechanismus sind unmittelbar nach Gebrauch durch den Anwender in Abfallbehältnissen zu sammeln.

Die Abfallbehältnisse müssen den Abfall sicher umschließen. Dabei sind die Behälter so nah wie möglich am  Verwendungsort der spitzen, scharfen oder zerbrechlichen medizinischen Instrumente aufzustellen. Sie dürfen nicht umgefüllt werden.

Die Abfallbehaltnisse müssen folgende Eigenschaften aufweisen:

Hinweis:
Die DIN EN ISO 23907 beschreibt die Prüfanforderungen, die solche Abfallbehaltnisse zu erfüllen haben. Gefüllte Abfallbehaltnisse sind sicher zu entsorgen.

Die Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege - BGW bietet die Broschüre "Abfallentsorgung - Informationen zur sicheren Entsorgung von Abfällen im Gesundheitsdienst" unter an. Darin werden unter Abschnitt 3.2 Einsammeln und Entsorgen in die Abfallbehälter folgende Informationen gegeben:

Spitze, scharfe und zerbrechliche Gegenstände

Um Schnitt- und Stichverletzungen sowie Infektionen des Klinik- bzw. Praxispersonals und des Personals
in den Entsorgungsanlagen zu vermeiden, müssen gemäß TRBA 250 für benutzte Spritzen, Kanülen, Skalpelle, Ampullen etc. (sog. „sharps“) Abfallbehältnisse bereitgestellt und verwendet werden, die stich- und bruchfest sind und den Abfall sicher umschließen. Konkret müssen die Behältnisse folgende Eigenschaften aufweisen:

Weitere Kriterien für die Auswahl der Behältnisse sollten sein:
Das Umfüllen von „sharps“ ist nicht zulässig. Eine unsachgemäße Entsorgung kann haftungsrechtliche Folgen haben.
Insbesondere für die direkte Einsammlung in Patientennähe ist die Verwendung von kompakten Einweg-Abwurfbehältnissen empfehlenswert.

Zusammengefasst bedeuten die v. g. Ausführungen, dass immer dann, wenn im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Gefahr von Schnitt- und Stichverletzungen sowie von Infektionen festgestellt wird, Gegenstände in stich- und bruchsichere Abwurfbehälter zu entsorgen sind. Es müsste also für alle Tätigkeiten im Einzelfall festgelegt werden: Schnitt- und Stichverletzungen oder Infektionen  möglich -> ja oder nein und danach die Anforderungen an das auszuwählende Abwurfbehältnis festgelegt werden. Solch ein Verfahren dürfte in der betrieblichen Praxis kaum praktikabel anzuwenden sein. Für eine einheitliche Handhabung sollten daher generell stich- und bruchsichere Abwurfbehälter zum Einsatz kommen.


Dialognummer: 7857
Stand: 01.12.2015

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.