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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen
Stichworte: Dürfen verschlossene Gebinde mit Epoxidharzen bis zur Verarbeitung in einem handelsüblichen Kühl-Gefrierschrank gelagert werden?

Frage:

Wir möchten Epoxidharze in einer Kühl-Gefrierkombination aufbewahren, damit sie länger haltbar sind. Bei -18° C sollen die 1 kg Gebinde im Gefrierfach aufbewahrt werden, um dann einen Tag vor der Nutzung im +4° C kühlen Fach auf die Verarbeitungstemperatur von + 4°C gebracht zu werden. Bei der Lagerung sind alle Gebinde fest verschlossen und im Kühl-Gefriergerät werden auch keine Gebinde geöffnet oder offenstehende gelagert.

Kann für diese Anwendung ein handelsüblicher Kühlschrank genutzt werden oder muss der Kühlschrank ex-geschützt sein. In der Explosionsschutzbeurteilung kommen wir zum Schluss, dass im Gerät selbst keine Zone ausgewiesen werden muss (bei -18° bzw. + 4° C können sich nicht genügend brennbare Dämpfe bilden).

Antwort :

Umfangreiche Maßnahmen für Tätigkeiten mit Epoxidharzen können Sie der BG-Regel "Tätigkeiten mit Epoxidharzen" [BGR 227 (Kapitel 5.3.2)] entnehmen. Dabei müssen die Brand- und Explosionsschutzmaßnahmen bewertet werden. Explosionsgefahren sind insbesondere dann zu erwarten, wenn brennbare Lösungsmittel bei der Herstellung, Verwendung oder Reinigung zum Einsatz kommen oder bei der Pulverbeschichtung. Siehe auch die BGI 655 "Epoxidharze in der Bauwirtschaft Handlungsanleitung".

Sie sollten anhand der Sicherheitsdatenblätter der eingesetzten Stoffe eine Bewertung vornehmen. Wenn bei der beabsichtigen Lagertemperatur keine explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann, ist dies als primäre Explosionsschutzmaßnahme in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren. Darüber hinaus muss eine Bewertung des Gefahrenpotenzials vorgenommen werden. D. h., muss der Gefrier-/Kühlschrank ausfallsicher, redundant (z.B. leerer Ersatzgefrier- / kühlschrank oder Ersatzstromversorgung) sein oder reicht eine Warneinrichtung aus, die den Ausfall der Kühleinrichtung anzeigt, bis geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden können? Hierzu können die Technischen Regel für Betriebssicherheit (TRBS) z. B.: die Teile 1 und 2 der TRBS 2152 herangezogen werden.

Hinweis: "Bei brennbaren Flüssigkeiten wird die untere Explosionsgrenze sicher unterschritten, wenn die Temperatur an der Flüssigkeitsoberfläche hinreichend weit [etwa 5 K bis 15 K, vgl. TRBS 2152 Teil 1 Nr. 3.2, Abs. 4, Ziffer 2.b /TRGS 721 Nr. 3.2, Abs. 4, Ziffer 2.b)] unterhalb des Flammpunktes gehalten wird" (TRBS 2152 Teil 2 Nr. 2.3.2).
Die Sicherheitsdatenblätter weisen in dem entsprechenden Kapitel auch Hinweise zu Lagerung auf.
Hinweis: Das berufsgenossenschaftliche Regelwerk wird unter http://publikationen.dguv.de angeboten.
Arbeitsschutzvorschriften können Sie unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.


Dialognummer: 7620
Stand: 31.12.2008

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