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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Wie sind restentleerte Verpackungen (Einweggebinde aus Stahl) mit Gefahrstoffsymbolen zu entsorgen? Dürfen solche Verpackungen dem Schrottrecyling zugeführt werden?

Frage:

Wie sind restentleerte Verpackungen (Einweggebinde aus Stahl) mit Gefahrstoffsymbolen zu entsorgen wenn der Hersteller zur Entsorgung lediglich den Hinweis ungereinigte Verpackung, Entsorgung gemäß den behördlichen Vorschriften angibt? Dürfen solche Verpackungen nicht ohne Reinigung dem Schrottrecycling zugeführt werden?

Antwort :

Gem. § 8 Abs. 2 der Gefahrstoffverordnung ist die Kontamination des Arbeitsplatzes und die Gefährdung der Beschäftigten so gering wie möglich zu halten. Der Arbeitgeber hat die Funktion und die Wirksamkeit der technischen Schutzmaßnahmen regelmäßig, mindestens jedoch jedes dritte Jahr, zu überprüfen; das Ergebnis der Prüfung ist aufzuzeichnen.
Weiterhin hat der Arbeitgeber gem. § Abs. (4) sicherzustellen, dass alle bei Tätigkeiten verwendeten Stoffe und Zubereitungen identifizierbar sind. Gefährliche Stoffe und Zubereitungen sind innerbetrieblich mit einer Kennzeichnung zu versehen, die wesentliche Informationen zu ihrer Einstufung, den mit ihrer Handhabung verbundenen Gefahren und den zu beachtenden Sicherheitsmaßnahmen enthält. Vorzugsweise ist die Kennzeichnung zu wählen, die den Vorgaben der Richtlinie 67/548/EWG oder 1999/45/EG entspricht.

In der Praxis bedeutet dies:
Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz legt die Prioritätenfolge "Vermeiden vor Verwerten vor Beseitigen" verbindlich fest. Alle anfallenden Abfälle sind den abfall- und gefahrstoffrechtlichen Vorschriften entsprechend zu sammeln, zu kennzeichnen und für die Entsorgung bereit zu stellen. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass während dieser Bereitstellung keine gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe freigesetzt werden können.
Für die Abfallart sollten geeignete Behälter in den Betriebsbereichen zur Verfügung stehen. Die Behälter sind eindeutig zu beschriften und zu kennzeichnen.

Weiterhin sind leere Gebinde, nicht mehr benötigte Gefahrstoffe sachgerecht zu entsorgen.
Dabei sind teil- oder restentleerte Gebinde, solange sie nicht gespült sind, wie volle Gebinde zu behandeln. Eine Pflicht zur Reinigung besteht nicht, sowohl bei metallischen als auch bei kunststoffhaltigen Behältern. Dies ist Aufgabe des Entsorgers.
Gefahrstoffe als Abfälle bzw. als Anhaftungen sind immer staubarm, bzw. flüssigkeitsdicht zu lagern. Staubende Gefahrstoffe sind deshalb in Silos, Bunkern, Transportbehältern mit Deckel, Säcken, Containern mit Abdeckungen, etc. zu lagern.
Bei gefährlichen Flüssigkeiten sollte eine unnötige Verdampfung, z. B. durch Verschließen oder Abdecken der Gebinde, so weit wie möglich vermindert werden. Frei lagernde Stoffe sind, sofern möglich und notwendig, abzudecken.

Die Tätigkeiten mit gefahrstoffbehafteten Behältern sind in der Gefährdungsbeurteilung gem. § 7 GefStoffV zu beurteilen.

Weitere gesetzliche und sonstige normative Grundlagen:
Technische Regeln für Gefahrstoffe:
-TRGS 201 Kennzeichnung von Abfällen beim Umgang (BArBl.Nr. 10/1989, S. 48)
(hier insbesonder Ziff 5)
-TRGS 451 Umgang mit Gefahrstoffen im Hochschulbereich (BArBl.Nr.11/1991, S.57)
-TRGS 519 Asbest-, Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten (BArBl.Nr.3/1995,S. 52)
-TRGS 515 Lagern brandfördernder Stoffe in Verpackungen und ortsbeweglichen Behältern
(BArBl.Nr. 12/1992, S. 45, Nr. 4/1994, S. 48, Nr. 3/1995, S. 52)
-TRGS 514 Lagern sehr giftiger und giftiger Stoffe in Verpackungen und ortsbeweglichen Behältern (BArBl.Nr. 12/1992, S. 40, Nr. 3/1995, S. 52)
-TRGS 555 Betriebsanweisung und Unterweisung (BArBl.Nr. 10/1989, S. 62)

Arbeitsschutzvorschriften können Sie unter www.arbeitsschutz.nrw.de/bp/legislation/index.html  oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032  aufrufen.  Die TRGS werden z.B. auch unter www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/TRGS.html?__nnn=true&__nnn=true angeboten.


Dialognummer: 7549
Stand: 24.03.2009

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