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Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Gibt es eine Rechtsnorm oder Empfehlung für Abfall aus medizinischen Einrichtungen, die die Beschaffenheit von Abfallbehältern betrifft?

Frage:

Gibt es eine Rechtsnorm oder Empfehlung für Abfall aus medizinischen Einrichtungen, die nicht nur spitze und scharfe Gegenstände betreffen (BGR/TRBA), sondern die Beschaffenheit von Abfallbehältern, welche vor Ort gebraucht werden, um gebrauchte Gegenstände (z.B. mit und ohne Körperflüssigkeiten kontaminierte Zellstoffe, Papierunterlagen von Behandlungsliegen/Behandlungsstühlen, etc. aufzunehmen?
Im allgemeinen Abfälle, die mit einem Patienten in Kontakt gekommen sind.
Zu den Abfallbehältern:
-müssen diese verschlossen sein (vor und nach Abwurf)?
-dürfen diese einen Schwingdeckel haben?
-sollten diese mit einem Fußpedal zu bedienen sein?

Antwort :

Entsprechende Antworten können sie der Publikation "Abfallentsorgung - Informationen zur sicheren Entsorgung von Abfällen
im Gesundheitsdienst" der BGW entnehmen (
http://www.bgw-online.de/internet/generator/Inhalt/OnlineInhalt/Medientypen/bgw_20themen/EP-AE__Abfallentsorgung.html):
Der Unternehmer muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung u.a.
• die Abfallentsorgung von der Anfallstelle bis zur Übergabe an die Entsorgungsanlage organisieren,
• die in seiner Einrichtung entstehenden Abfälle unter Berücksichtigung der von den Abfällen ausgehenden Gefahren bestimmten Abfallarten und diese bestimmten Abfallbehältnissen zuordnen. Die hieraus abzuleitenden Maßnahmen sind im Hygieneplan schriftlich festzulegen.
"Der Vorgang der Entsorgung beginnt unmittelbar am Entstehungsort der Abfälle, also beispielsweise auf der Station, im Operationssaal, im Patientenzimmer, in der Küche. Das dortige Personal sammelt die Abfälle in entsprechend bereit gestellten Abfallbehältnissen, die später vom Hol- und Bringedienst abgeholt werden. Beim Befüllen der Abfallbehältnisse müssen grundsätzlich folgende Punkte beachtet werden:
"Um Schnitt- und Stichverletzungen sowie Infektionen des Klinik- bzw. Praxispersonals und des Personals in den Entsorgungsanlagen zu vermeiden, müssen Spritzen, Kanülen, Skalpelle, Ampullen und andere sogenannte „sharps“ in sicher umschlossene und ausreichend gekennzeichnete Abfallbehältnisse gegeben werden, deren Wände nicht durchstochen werden können. Geeignet sind z.B. restentleerte Desinfektionsmittelkanister, deren Öffnung meist ausreichend dimensioniert ist, um auch 20 ml Spritzen (mit Kanüle) problemlos einwerfen zu können. Die Behälter sind in der Regel sicher verschließbar, flüssigkeitsdicht und auch ausreichend transportstabil. Das Umfüllen von „sharps“ ist nicht zulässig. Insbesondere für die direkte Einsammlung in Patientennähe ist die Verwendung von kompakten Einweg-Abwurfbehältnissen empfehlenswert."

Infektiöser Abfall muss separat gesammelt und entsorgt werden. Hier muss der Abfallbehälter nicht nur verschließbar, sondern zum Zeitpunkt der Entsorgung fest verschließbar sein. Normale Tupfer (z. B. aus einer Augenabteilung) gelten als nicht-infektiös und werden wie normaler Hausmüll behandelt. Für nicht-infektiöse Abfälle sind auch keine besonderen Regelungen hinsichtlich der Abfallbehältnisse bekannt.
"Insbesondere die Behältnisse für gefährliche Abfälle müssen nach Abfallarten gekennzeichnet sein. Dies ist z. B. durch eine unterschiedliche Farbgebung, Piktogramme und die Beschriftung der Behältnisse entsprechend den Vorgaben im Hygieneplan möglich.
I
n Abfallsäcke dürfen spitze, scharfe oder zerbrechliche Gegenstände nur in sicher umschlossenen, durchstoßsicheren und unzerbrechlichen Behältnissen eingegeben werden.
Soweit es sich um Abfälle, die bei der Behandlung von Menschen oder Tieren innerhalb von medizinischen Einrichtungen anfallen handelt, die aus infektionspräventiver Sicht auch außerhalb dieser Einrichtungen einer besonderen Behandlung bedürfen (früher: C-Abfall, s. Kapitel 2.3) oder gar um Abfälle aus medizinisch-mikrobiologischen Laboratorien handelt, muss das Biohazard- Symbol auf dem Abfallbehältnis angebracht werden.
Die Behältnisse für C-Abfall müssen bauartgeprüft sein und so beschaffen sein, dass sie sicher verschließbar sind und den Transportanforderungen standhalten (z. B. Kunststofftonnen)."

Zum Abwurf von Abfällen können z.B. folgende verschiedene Behältnisse verwendet:
• 70 l-Kunststoffsäcke in den Farben „grau“ für Restmüll – trocken, „gelb“ für Leichtstoffverpackungen und „transparent“ für Papier und Pappe.
• 50 l flüssigkeitsdichte schwarze Kunststoffbehälter für den Restmüll mit erhöhtem Feuchtigkeitsanteil (früher: B-Müll).
• 60 l flüssigkeitsdichte und Baumuster geprüfte weiße Kunststoffbehälter für den infektiösen Abfall (C-Müll) und zytostatischen Arzneimittelabfall (früher: D-Müll).
Um zu verhindern, dass sich das medizinische Personal an Abfallsäcken und Behältern kontaminiert, sind diese mit einer leicht bedienbaren Tretfunktion auszustatten.
"Zusätzliche Hinweise zum Einsammeln bestimmter Abfallarten sind in dieser Themenschrift im Kapitel 5 „Abfallspezifische
Lösungen in einem Krankenhaus (Beispiel)“ und im Kapitel 8.1 „LAGA-Richtlinie für Abfälle aus dem Gesundheitsdienst“ enthalten."


Dialognummer: 7139
Stand: 19.03.2009

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