Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Sicherer Transport > Beförderung gefährlicher Güter > Kennzeichnungen und erforderliche Unterlagen
Stichworte: Müssen die Symbole im Sicherheitsdatenblatt farbig sein? Gibt es Größenvorgaben für die Kennzeichnung auf Gebinden?

Frage:

Muss ein Sicherheitsdatenblatt in Farbe sein (z.B. für die Symbole O, F+, Xi etc) oder reicht schwarz-weiß?
Gibt es vorgeschriebene Größen für die Kennzeichnung (Xi, F, ...) auf Gebinden? Im konkreten Fall geht es um ein Fass mit Öl (20 Liter), welches als Xn eingestuft ist, beim Versenden aber nicht unter Gefahrgut fällt (keine ADR-Nr. etc.)
Ein Kunde hat sich beschwert, dass das mitgelieferte SDB nur in schwarz-weiß ist (also auch das Xn-Symbol).
Das Öl wird aus Japan importiert (Registrierung nach REACH wird gerade geklärt) und hier weiterverkauft. In Japan ist lt. SDB keine Kennzeichnung notwendig, ist auch nicht auf dem Fass. In Deutschland ist das Öl als Xn eingestuft (muss also gekennzeichnet werden).

Antwort :

Zu Teil 1 - Müssen die Gefahrensymbole in Sicherheitsdatenblättern farbig dargestellt sein?

Nein. Die Vorgaben über die erforderlichen Angaben auf einem EU-Sicherheitsdatenblatt befinden sich im Leitfaden für die Erstellung des Sicherheitsdatenblatts, der in Anhang II der REACH-Verordnung
steht. Im Leitfaden selbst fehlen jedoch Angaben über die Farbe der Kennzeichnungen.
Nach Position 2 (Mögliche Gefahren) des Leitfadens gilt: „Die Angaben in der Kennzeichnung von Stoffen und Zubereitungen sind unter Position 15 des Sicherheitsdatenblatts einzutragen“. Dort steht die Forderung: „Anzugeben sind die gesundheits- sicherheits- und umweltbezogenen Informationen, die die Kennzeichnung gemäß den Richtlinien 67/548/EWG
(Stoffrichtlinie) und 1999/45/EG (Zubereitungsrichtlinie) umfasst“. Aus dieser Forderung kann man nicht ableiten, dass auch die Symbole mit orangegelber Hintergrundfarbe auf dem Sicherheitsdatenblatt erscheinen müssen, wie das von Artikel 23 (2) c) der Stoffrichtlinie bzw. Artikel 10, Nr. 2.4 der Zubereitungsrichtlinie für die Ausführung der Kennzeichnung auf der Verpackung gefordert wird. Es müssen nur die genannten Informationen in der Kennzeichnung angegeben werden. Mehr wird auch nicht in der Bekanntmachung 220 zum Sicherheitsdatenblatt (früher TRGS 220) des BMAS verlangt. Dort wird unter Punkt 6.15.2 u.a. lediglich die Angabe von „Kennbuchstabe(n) für das(die) Symbol(e) und Gefahrenbezeichnung“ gefordert.

Zu Teil 2 - Gibt es vorgeschriebene Größen für die Kennzeichnung?
Die Stoffrichtlinie (RL 67/548/EWG) legt in Artikel 24 (1) für Stoffe für die Größe von Kennzeichnungen auf Verpackungen wie folgt fest:
Fassungsvermögen der Verpackung Format (in mm) nach Möglichkeit

Jedes Symbol muss mindestens ein Zehntel der Fläche des Kennzeichnungsschildes einnehmen und mindestens 1 cm² groß sein.
Artikel 11 (1) der Zubereitungsrichtlinie (RL 1999/45/EG) „Anwendung der Kennzeichnungsvorschriften“ bestimmt: „(…) Die Abmessungen des Kennzeichnungsschilds sind in Anhang VI der Richtlinie 67/548/EWG festgelegt“. Dort sind im Abschnitt 7.7 die gleichen Abmessungen wie in der obigen Tabelle angeben.
Daraus folgt: Die Anforderungen an Größe und Format der Kennzeichnungselemente von Verpackungen gefährlicher Stoffe wie auch gefährlicher Zubereitungen sind gleich!


Dialognummer: 6807
Stand: 28.07.2008

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.