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Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter
Stichworte: Können RFID-Signale, die in unmittelbarer Nähe einer werdenden Mutter betrieben werden, auf diese schädlich wirken?

Frage:

In unserer Bibliothek wird das Verbuchungssystem auf RFID (Radio Frequency Identification) umgestellt. Die dafür notwendigen Antennen sitzen direkt unter dem Schreibtisch vor dem Bauch der Angestellten und funken ihre Signale ca. 50 cm in alle Richtungen. Kann das in der Schwangerschaft schädlich sein? Ich bin noch im ersten Drittel der Schwangerschaft.

Antwort :

Ein RFID-System besteht aus einem Transponder, der am oder im Gegenstand angebracht ist und einem Lesegerät (Reader) an dem eine Antenne angeschlossen ist. In der Regel erzeugt und sendet nur das Lesegerät hochfrequente elektromagnetische Wellen. Die RFID Systeme werden im selben Frequenzbereich, wie Mobiltelefone betrieben. Die maximale Sende- und Strahlungsleistung sind durch gesetzliche Vorgaben eingeschränkt (wenige Meter im Umkreis).
Die Wirkung der elektromagnetischen Wellen auf dem Körper ist bekannt. Diese elektromagnetische Strahlung wird im Gewebe absorbiert, was zu Erwärmen des Gewebes führt. Die im Körper durch die elektromagnetischen Felder ausgelöste Temperaturerhöhung (thermischer Effekt) kann sowohl zu lokalen Erwärmungen als auch zur Erhöhung der Körpertemperatur führen. Dieser Effekt ist sehr stark frequenzabhängig.

Für die thermische Wirkung sind insbesondere die Eindringtiefe in den Körper und die Absorption der Energie durch den Körper von Bedeutung. Dieser Wärmeeffekt ist messbar und wird als Spezifische-Absorptions-Rate (SAR) bezeichnet und in Watt pro Kilogramm Körpergewicht [W/kg] angegeben [siehe auch
Seite Spezifische Absorptionsraten (SAR) von Handys des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)]. Eine Wirkung kann auf den menschlichen Körper ab einem SAR Schwellenwert von 4 Watt/m2 festgestellt werden. Zum Vergleich- bei sportlichen Aktivitäten werden Wärmewerte bis zu 20 W / m2 erzeugt. Bei beruflicher Exposition sind Werte zwischen 0,4 - 0,08 erlaubt.

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft und Technik ist bei der Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerten und unter Beachtung der Herstellerempfehlungen und gewissenhaften Umgang von keinen gesundheitlichen Gefährdungen auszugehen.
Ob am Arbeitsplatz diese Vorgaben berücksichtigt sind, muss mit Hilfe des Betriebsarztes und der Sicherheitsfachkraft geklärt werden.

Hinweis: Gemäß
Mutterschutzrichtlinie (MuSchArbV) muss der Arbeitgeber für den Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung durchführen werdende oder stillende Mütter sowie die übrigen bei ihm beschäftigten Arbeitnehmerinnen und, wenn ein Betriebs- oder Personalrat vorhanden ist, diesen über die Ergebnisse der Beurteilung nach § 1 und über die zu ergreifenden Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz unterrichten, sobald das möglich ist. Eine formlose Unterrichtung reicht aus (§ 2 Unterrichtung der MuSchArbV).


Dialognummer: 6785
Stand: 15.06.2008

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