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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch sonstige Emissionen
Stichworte: Gibt es neuere Erkenntnisse zu Abbrandgasen bei Laser- und HF-Chirurgie?

Frage:

Abbrandgase bei Laser- und HF-Chirurgie/Gefährdungsbeurteilung

Da diese OP-Techniken immer weiter an Bedeutung gewinnen, werden auch die Fragestellungen über Belastungen durch die Anwendung der Laser- und HF-Chirurgie konkreter.
In der Literatur, die wir ermitteln konnten, haben wir wenig konkretes über mögliche Abbrandprodukte, deren Gefährdungspotentiale und ggf. erforderliche Schutzmaßnahmen gefunden.
Gibt es hierzu neuere Erkenntnisse?

Antwort :

In den nationalen Regelwerken zur Arbeitssicherheit steht bei Tätigkeiten mit Lasern eher der Schutz vor den physikalisch bedingten Strahlungswirkungen im Vordergrund, die z.B. bei der Berufsgenossenschaftlichen Unfallverhütungsvorschrift BGV B2 – Laserstrahlung (vorher: VBG 93). Über die durch die thermischen Wirkungen auf die Materialien verursachten stofflichen Belastungen und die dazu notwendigen Schutzmaßnahmen dagegen ist in den deutschen Arbeitsschutzvorschriften bisher nur wenig Konkretes zu finden. In anderen Staaten dagegen, wie z.B. in Österreich, ist bei offenen Anwendungen von medizinischen Lasern eine Absaugung der Abgase am Ort des Entstehens vorgeschrieben. Falls keine Absaugung möglich ist, müssen von den am Laser Beschäftigten geeignete Atemschutzmasken getragen werden - Internet: http://www.arbeitsinspektion.gv.at/NR/rdonlyres/19C9F048-4FED-4656-8E21-8A2505232010/0/ERL_Laser_neue_Klassifizierung.pdf
Bei der HF-Chirurgie (Hochfrequenz-Chirurgie; Diathermie oder Elektrokauterisation) und in noch höherem Maße bei der Laserchirurgie werden thermische Effekte genutzt, um körpereigenes und tumoriges Gewebe wie mit einem Skalpell zu schneiden und zu koagulieren sowie Blutungen zu stillen. Durch hohe lokale Temperaturen kommt es dabei zur Vaporisierung und teilweisen Zersetzung des bestrahlten Gewebes, wobei sich ein Nebel aus Brandgasen, -dämpfen und -rauchen bildet, der auch die Sicht auf das Operationsfeld verschleiern kann. Besonders bedenklich sind die dabei entstehenden Rauche, die nicht nur einatembare und lungengängige Gewebepartikel von 0,1 bis 10 µg enthalten, sondern auch infektiöse Bakterien und Viren, die sowohl die Patienten als auch das Personal gefährden können.
Bereits vor einigen Jahren (2001) wurde vom Institut für Luft- und Kältetechnik Dresden (ILK) ein Forschungsvorhaben unter dem Titel „Entwicklung eines Absaug- und Abscheidesystems für Abbrandprodukte bei der Laserchirurgie“ durchgeführt. Dabei wurden Partikel-Emissionsverhalten während der Laser-Ablation untersucht, Anzahlkonzentrationen der Partikel im Nano-Bereich bestimmt, Anforderungen an ein Absaug- und Abscheidesystem definiert und darauf aufbauend ein effizientes mehrstufiges System entwickelt – Internet: http://www.ilkdresden.de/de/leistungen/klima_energie/berichte2001.htm#a3. Weitere Details können direkt vom Projektbearbeiter im Bereich Luftreinhaltung - Internet: http://www.ilkdresden.de/de/news/wiss_ma.html - angefordert werden. Technische Lösungen zur nachträglichen Ausstattung eines Laserchirurgie-Arbeitsplatzes mit einer Rauchgasabsaugung werden auch kommerziell angeboten, wie z.B. unter www.erbe-med.de -> Produkte + Zubehör -> IES 2 - Rauchgas-Absaugung .


Dialognummer: 6784
Stand: 12.12.2008

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