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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung > Lüftung, Lüftungsanlagen
Stichworte: Darf ein Büro nur durch eine Tür belüftet werden?

Frage:

Ich arbeite in einem Büro, das keine zu öffnenden Fenster hat, nur eine Tür, die bisher offen stehen durfte. Aus Brandschutzgründen soll die Türe nun geschlossen bleiben. Da es sehr warm ist, hat man mir in meinem Büro (ca. 15 qm) einen Bodenventilator zur Verfügung gestellt, der zwar die Temperatur etwas optimiert, aber eben keine frische Luft in den Raum blasen kann. Nach einiger Zeit habe ich trockene Augen, Halsschmerzen und Kopfschmerzen. Meiner Chefin ist das egal, wir müssen uns an die Anweisungen halten. Wie kann ich mich wehren, welche Gesetze oder Vorschriften kann ich ihr zeigen?

Antwort :

Wesentliche Rechtsvorschrift für das Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten sind die Arbeitsstättenverordnung, die Arbeitsstättenregeln und befristet (siehe § 8 ArbStättV) die Arbeitsstättenrichtlinien.
So heißt es in der ArbStättV zur Raumtemperatur:
In …. Arbeitsräumen, …, muss während der Arbeitszeit unter Berücksichtigung der Arbeitsverfahren, der körperlichen Beanspruchung der Beschäftigten und des spezifischen Nutzungszwecks des Raumes eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur bestehen (
Ziffer 3.5 des Anhangs zur ArbStättV bzw. Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 - Raumtemperatur).
Und zur Lüftung:
In umschlossenen Arbeitsräumen muss unter Berücksichtigung der Arbeitsverfahren, der körperlichen Beanspruchung und der Anzahl der Beschäftigten sowie der sonstigen anwesenden Personen ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein (
Ziffer 3.6 des Anhangs zur ArbStättV).  Gesundheitlich zuträglich ist Atemluft, wenn sie Außenluftqualität hat (Ziffer 2 der Arbeitsstättenrichtlinie ASR 5 Lüftung). Die Arbeitsstättenrichtlinien – ASR 5 (Lüftung) die gemäß den Übergangsbestimmungen (§ 8 ArbStättV) zunächst weiter gelten, geben Erläuterungen zu Lüftungseinrichtungen in Arbeitsräumen. Die Lüftung kann durch eine freie Lüftung oder eine lüftungstechnische Anlage erfolgen.
In weiteren Dialogen der KomNet-Wissensdatenbank werden die arbeitsschutzrechtlichen Regelungen zur Lüftung von Arbeitsräumen beschrieben. 
„Schlechte Luft“ in Räumen ist in aller Regel nicht auf einen zu geringen Sauerstoffgehalt, sondern auf einen erhöhten Kohlendioxidgehalt zurückzuführen. Durch gezieltes Lüften kann dem entgegengewirkt werden (siehe auch
http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Richtig_lueften  ) . 

Beschäftigte sind berechtigt, dem Arbeitgeber Vorschläge zu allen Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit zu machen (§ 17 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz).
Bezüglich Art und Häufigkeit der Lüftung sollte der Arbeitgeber aufgefordert werden (sofern vorhanden unter Beteiligung des Betriebsrates), den Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit hinzuzuziehen. Der vorgenannte Personenkreis hat per
Arbeitssicherheitsgesetzdie Aufgabe, den Arbeitgeber in allen Belangen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu beraten und zu unterstützen.
Sind Beschäftigte auf Grund konkreter Anhaltspunkte der Auffassung, dass die vom Arbeitgeber getroffenen Maßnahmen und bereitgestellten Mittel nicht ausreichen, um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu gewährleisten, und hilft der Arbeitgeber darauf gerichteten Beschwerden von Beschäftigten nicht ab, können sich diese an die zuständige Behörde  wenden. Hierdurch dürfen dem Beschäftigten keine Nachteile entstehen (§ 17 Abs. 2 ArbSchG).  


Dialognummer: 6770
Stand: 21.08.2012

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