Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Sonstige Verwendungsverbote
Stichworte: Darf das beim Freistrahlen bleihaltiger Beschichtungen genutzte Strahlmittel wieder verwendet werden?

Frage:

Beim Freistrahlen bleihaltiger Beschichtungen ("Bleimennige") reichert sich der bleihaltige Staub im Strahlmittel an. Das Strahlmittel wird recycelt, d.h. über ein Becherwerk einer Siebanlage zugeführt und wieder zum Strahlen verwendet.

Ist das so zulässig oder muss das Strahlmittel entsorgt werden ?

Antwort :

Das Inverkehrbringungsverbot der Chemikalienverbotsverordnung für bestimmte Bleiverbindungen (vgl. Abschnitt 8 ChemVerbotsV) und analog REACH Verordnung Anhang XVII (Seite 12) bezieht sich ausschließlich auf die Verwendung als oder in Zubereitungen für Farben.
Das Recycling bleihaltiger Strahlmittel und ihre Wiederverwendung zum Zwecke des Freistrahlens bleihaltiger Beschichtungen sind von daher prinzipiell zulässig.
Allerdings bleibt die Tatsache unberührt, dass es sich bei solchen Strahlmitteln ggf. um gefährliche Arbeitsstoffe handelt, deren Gefährdungspotential bei der Handhabung sich signifikant von unbelasteten (neuen) Strahlmitteln unterscheiden dürfte. Damit greift die Substitutionspflicht des § 9 Abs. GefStoffV, nach der der Arbeitgeber gefährliche Stoffe durch weniger gefährliche ersetzen muss, wenn dies technisch möglich ist.
Von daher ist die Verwendung recycelter, bleibelasteter Strahlmittel vor dem Substitutionsgebot zumindest fragwürdig, da in Form von neuen Strahlmitteln weniger gefährliche Alternativen zur Verfügung stehen. Allerdings kann in Bezug auf die höheren Kosten einer solchen Alternativlösung eine wirtschaftliche Unzumutbarkeit im Einzelfall als Begründung stichhaltig sein.
Eine solche Begründung zum Substitutionsverzicht ist dann jedoch zwingend als Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung gem. § 7 Gefahrstoffverordnung für die entsprechenden Tätigkeiten durch den Arbeitgeber nachvollziehbar zu belegen. Weiterhin ist die Gefährdung durch die vorbelasteten Strahlmittel abzuschätzen und durch geeignete (ggf. zusätzliche) Schutzmaßnahmen sicherzustellen, dass im Vergleich zu unbelasteten Strahlmitteln keine zusätzliche Gefährdung der Arbeitnehmer erfolgt. (vgl. § 9 Abs. 2-7 GefStoffV) .
Hinweis: Hinsichtlich der Strahlarbeiten wird auf die BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“  verwiesen. Ab Seite 254 (Kapitel 2.24) sind die grundsätzlichen Arbeitsschutzmaßnahmen für Strahlarbeiten (Inhalte der vorherigen VBG 48) beschrieben. 


Dialognummer: 6749
Stand: 04.12.2008

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.