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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen > Lagerung von Gefahrstoffen
Stichworte: Welche Gefährdung ist bei der Lagerung von Gefahrstoffen im Labor vorrangig zu bewerten?

Frage:

Im chemischen Labor werden verschiedene Gefahrstoffe in spez. Schränken gelagert. Probleme bereiten Stoffen mit mehreren Gefährdungsmerkmalen wie z.B. brandfördernd und giftig. Welche Gefährung überragt für den Lagerungsort?

Antwort :

Grundlage für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ist eine Beurteilung der mit den Tätigkeiten verbundenen inhalativen (durch Einatmen), dermalen (durch Hautkontakt) und physikalisch-chemischen Gefährdungen (Brand- und Explosionsgefahren) und sonstigen durch Gefahrstoffe bedingten Gefährdungen nach § 7 der Gefahrstoffverordnung und konkretisiert in der Technischen Regel für Gefahrstoffe - TRGS 400. Bei der Beurteilung der Gefährdung sind auch Gefährdungen durch das Verschlucken von Gefahrstoffen (orale Aufnahme) zu berücksichtigen, wenn diese Möglichkeit bei der zu beurteilenden Tätigkeit nicht ausgeschlossen werden kann. Die Gefährdungen sind unabhängig voneinander zu beurteilen und in der Gefährdungsbeurteilung zusammen zu führen.

Treten bei Tätigkeiten (Lagerung) mehrere Gefahrstoffe gleichzeitig auf, so sind anhand der Informationsquellen bekannte Wechsel- oder Kombinationswirkungen mit Einfluss auf die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten bei der Arbeit in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Wechsel- und Kombinationswirkungen können auch physikalisch-chemische Gefährdungen betreffen (s. Nummer 6.5 der TRGS 400).

Grundsätzlich müssen brandfördernde und giftige Stoffe so gelagert werden, dass sie die menschliche Gesundheit und die Umwelt nicht gefährden (§ 8 Abs. 6 der Gefahrstoffverordnung). Weiter gilt nach Gefahrstoffverordnung (§ 10 Abs. 3) dass mit T+ (z.B. sehr giftig) und T (z.B. giftig) gekennzeichnete Stoffe und Zubereitungen unter Verschluss oder so aufzubewahren oder zu lagern ist, dass nur fachkundige Personen Zugang haben.

Hinweise auf Zusammenlagerungsverbote können in der Regel den Sicherheitsdatenblättern sowie den einschlägigen Datenbanken wie "GESTIS" entnommen werden. Im Portal http://www.gefahrstoffe-im-griff.de  werden weitere Datenbanken angeboten. Siehe auch die Ausführungen in den Kapiteln 4.9 und 4.15 zum Aufbewahren und Bereithalten von Gefahrstoffen der TRGS 526 "Laboratorien".

Grundsätzlich sollen feste und flüssige Stoffe im Allgemeinen getrennt voneinander gelagert werden (feste oben, flüssige unten).
Bei Kleinmengenlagerung (unterhalb der Grenzen der TRGS 514 und 515) sollen getrennte Lagerabschnitte für
- selbstentzündliche Stoffe, 
- Stoffe, die nicht mit Wasser in Berührung kommen dürfen, 
- brandfördernde Stoffe / organische Peroxide, 
- brennbare Stoffe, 
- giftige und sehr giftige Stoffe, 
- Druckgaspackungen, 
- unverträgliche Gefahrstoffe, die gefährlich miteinander reagieren können (Ziffer 10 des Sicherheitsdatenblattes),
geschaffen werden. Die Trennung gilt auch bei Lagerung in Auffangwannen. Eine Zusammenlagerung dieser Stoffgruppen mit anderen Gefahrstoffen ist möglich (Quelle: Merkblatt "
Kleinmengenlagerung von Gefahrstoffen" des Amtes für Arbeitsschutz in Hamburg). 
 


Dialognummer: 6723
Stand: 04.11.2008

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