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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Welche Schutzmaßnahmen sind beim Kontakt mit Ottokraftstoff im Kfz-Bereich zu treffen?

Frage:

Welche Schutzmaßnahmen nach GefStoffV sind für Tätigkeiten im Kfz-Bereich, bei denen es zu Kontakt mit Ottokraftstoff kommt/kommen kann, anzuwenden? Besteht z. B. die Notwendigkeit der Durchführung von Messungen, z. B. im Hinblick auf die Benzolbelastung der Mitarbeiter?

Antwort :

Für den Umgang mit den Kraftstoffsystemen bei Fahrzeugen in Werkstätten muss der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung [§ 6 "Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung" der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)] durchführen. Dabei soll er auf die Bedienungs- und Reparaturanleitungen der Hersteller sowie die Sicherheitsdatenblätter der Kraftstoffe zurückgreifen.

Spezielle Anforderungen an die Tätigkeiten finden sich in der BGR 157 "Fahrzeuginstandhaltung" und der BGI 550 "Fahrzeug-Instandhaltung". Konkrete Ausführungen zu Belastungen und Maßnahmen bei Tätigkeiten mit Kraftstoffen können dem Kapitel 5.1 der BGI 808 "Gefährdungen in der Kraftfahrzeug-Instandhaltung" entnommen werden.

Grundsätzlich sollen Arbeiten an Kraftstoffsystemen in geschlossenen Systemen stattfinden. Werden Arbeiten mit krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fruchtbarkeitsgefährdenden Gefahrstoffen der Kategorie 1 oder 2 durchgeführt (z. B. Kontakt mit Benzol im Ottokraftstoff), muss der Arbeitgeber grundsätzlich auch die Maßnahmen nach § 10 "Besondere Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit krebserzeugenden, erbgutverändernden und fruchtbarkeitsgefährdenden Gefahrstoffen" der GefStoffV treffen. Hierzu zählen
-Gefahrstoffmessungen und
-Abgrenzung der Gefahrenbereiche und Anbringen von Warn- und Sicherheitszeichen

Weitere Erläuterungen zur Messverpflichtung nach der GefStoffV können den Leitlininien zur Gefahrstoffverordnung (LV45), insbesondere den Leitlinien Nrn. 7.7.1, 7.7.3, 7.7.7, 7.4.5 und 7.4.6, entnommen werden.
Nach der Leitlinie Nr. 7.7.7 sollen auch in KFZ-Werkstätten in der Regel Einzelmessungen nach der TRGS 402 "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition" durchgeführt werden. Dabei können Messungen nach validierten Verfahren an exemplarischen Arbeitsplätzen berücksichtigt werden. Die Messungen müssen möglichst so angelegt werden, dass auch eine Beurteilung von Expositionssituationen z. B. bei Betriebsstörungen (Leckagen o. ä.) möglich ist. Ob eine Dauerüberwachung (z. B. mit Warnfunktion) notwendig ist, hängt vom Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ab. Auf die Hilfestellungen des Einfachen Maßnahmenkonzepts Gefahrstoffe (EMKG) und den §6 Absatz 11 der GefStoffV weisen wir hin.


Dialognummer: 6722
Stand: 04.11.2008

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