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Nutzerpfad: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > Schichtarbeit
Stichworte: Bei welcher zeitlichen Differenz der Anfangs- und Endzeiten des Arbeitseinsatzes kann von einem Schichtwechsel gesprochen werden?

Frage:

In unserem Call-Center werden die Kolleginnen und Kollegen in eine Vielzahl von Schichten mit unterschiedlichen Anfangs- und Endzeiten eingeteilt. Im Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW vom 3.März 2008, wird als arbeitswissenschaftliche Erkenntnis über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit aufgeführt, dass bei Schichtwechsel die Ruhezeit keinesfalls kürzer als 24 Stunden sein soll.
Wie sind die Begriffe Früh- und Spätschicht zeitlich definiert?
Bei welcher zeitlichen Differenz der Anfangs- und Endzeiten des Arbeitseinsatzes kann von einem Schichtwechsel gesprochen werden?

Antwort :

Die Begriffe Früh- und Spätschicht sind gesetzlich nicht definiert. In Gerichtsurteilen des Bundesarbeitsgerichtes - BAG ist Schichtarbeit so definiert, dass ein Arbeitsplatz von mehreren Arbeitnehmern hintereinander genutzt wird, wobei die gleiche Tätigkeit durchgeführt wird. Hierbei muss eine Schicht durch eine Vollzeitarbeit ausgeführt werden (siehe auch http://lexetius.com -> Schichtarbeit).
Eine pauschale Aussage, bei welcher zeitlichen Differenz der Anfangs- und Endzeiten des Arbeitseinsatzes von einem Schichtwechsel gesprochen werden kann, kann daher nicht getroffen werden.
Gleitende Arbeitszeit oder Job-Sharing ist keine Schichtarbeit.
Die Ruhezeit bei Schichtwechsel soll keinesfalls kürzer als 24 h sein. Dieses wird erreicht, wenn der Arbeitgeber die empfohlene Reihenfolge bei Schichtwechsel beachtet. Im genannten Erlass, http://www.arbeitsschutz.nrw.de/pdf/themenfelder/durchfuehrung_arbzg_030308.pdf heißt es dazu unter Punkt 3 zu § 6: "Folgende Erkenntnisse
können als Gestaltungsempfehlungen herangezogen werden: … ausreichende Ruhezeiten bei Schichtwechsel, keinesfalls kürzer als 24 Stunden, …."

Das Thema Arbeitszeit und Schichtarbeit sollte in die Gefährdungsbeurteilung gemäß §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz einbezogen und die nötigen Maßnahmen unter Beteiligung des Betriebsarztes und -sofern vorhanden- des Betriebsrates vom Arbeitgeber festgelegt werden.


Dialognummer: 6712
Stand: 04.11.2008

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