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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer
Stichworte: Dürfen Personen mittels Höhensicherungsgerät am Haken eines Deckenkranes gesichert werden, wenn der Kran entsprechend stillgesetzt wurde?

Frage:

Absturzsicherung bei Arbeiten auf Maschinen/Anlagen in ca. 3 Meter Höhe: Dürfen Personen mittels Höhensicherungsgerät am Haken eines Deckenkranes gesichert werden, wenn der Kran entsprechend stillgesetzt wurde (Kranhauptschalter mittels Schloss gesichert, unkritische Fallstrecke inklusive Falldämpfer vorausgesetzt)?

Antwort :

Grundsätzlich gilt für alle Arbeitsmittel, unabhängig von dem Zeitpunkt der Bereitstellung, dass für Produktions-, Einstellungs-, Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten an Arbeitsmitteln ein für die Beschäftigten sicherer Zugang zu allen hierfür notwendigen Stellen vorhanden sein muss. An diesen Stellen muss ein gefahrloser Aufenthalt möglich sein (Nr. 2.15 Anhang 1 Betriebssicherheitsverordnung). Auf die Vorbemerkung zum Anhang 1 der BetrSichV weisen wir hin.

Nach Nr. 2.1 zum Anhang der Arbeitsstättenverordnung müssen Arbeitsplätze und Verkehrswege, bei denen die Gefahr des Absturzes von Beschäftigten (...) bestehen mit Einrichtungen versehen sein, die verhindern, dass Beschäftigte abstürzen können. Bei der Verwendung von PSA muss in der Gefährdungsbeurteilung ausführlich ein Rettungskonzept erarbeitet werden

Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach §§ 5,6 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) die vorhandenen Gefährdungen ermitteln und festlegen, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes getroffen werden. Nach § 4 des ArbSchG muss der Arbeitgeber bei der Festlegung der Arbeitsschutzmaßnahmen u. a. den Stand der Technik berücksichtigen. Der Stand der Technik wird u.a. in Technischen Regeln und den Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften konkretisiert.

Die Technische Regel für Betriebssicherheit TRBS 2121 „Gefährdung von Personen durch Absturz – Allgemeine Anforderungen" - Punkt 4 fordert:

Bei der Festlegung der Schutzmaßnahmen muss dem kollektiven Gefahrenschutz Vorrang vor dem individuellen Gefahrenschutz eingeräumt werden. Die Schutzmaßnamen sind entsprechend der nachfolgenden Rangfolge auszuwählen:

A. Absturzsicherung z. B. Abdeckungen, Geländer oder Seitenschutz
B. Auffangeinrichtung z. B. Schutznetze, Schutzwände und Schutzgerüste
C. Individueller Gefahrenschutz

Bei gelegentlichen Wartungs-, Kontroll- und Reparaturarbeiten ist der Einsatz von Hubarbeitsbühnen zulässig, wenn kein anderer Aufstieg verfügbar ist. Weitere Hinweise zu Hebebühnen finden sich in der BGR 500 "Betreiben von Arbeitsmitteln" im Kapitel 2.10 Betreiben von Hebebühnen“ und in der BGI 720 „Sicherer Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen“.

Können Absturzsicherungen und Auffangeinrichtungen nicht angewendet bzw. eine Hubarbeitsbühne nicht eingesetzt werden, ist Persönliche Schutzausrüstung (PSA) gegen Absturz vorzusehen. Die Verwendung von PSA gegen Absturz setzt eine weitere Gefährdungsbeurteilung für diesen Einzelfall voraus. (Weitere Hinweise:
BGR/GUV-R 198 "Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz“).

Ergänzend weisen wir auf die Ausführungen
des Fachausschusses "Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz" aus 2001 hin (Auszug):

"Nach Auffassung des Arbeitskreises ist eine planmäßige Verwendung des Kranhakens als Anschlagpunkt für PSA gegen Absturz nicht zulässig. Ein Anschlagpunkt muss fest bzw. wenn er beweglich ist, zumindest geführt sein. Dies trifft für den Kranhaken nicht zu. So sind während der Benutzung, z. B. durch die Bewegung des Hakens, Beeinflussungen des Benutzers ggf. auch des Auffangsystems möglich, die die Sicherheit beeinträchtigen können. Für den Rettungsfall ist eine unplanmäßige Verwendung sicherlich möglich. Es ist jedoch zu beachten, dass bei Erstellung eines Rettungsplanes der Kranhaken nicht mit aufgenommen werden darf."


Dialognummer: 6622
Stand: 15.05.2008

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