Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Benutzung von PSA
Stichworte: Fragen zur Benutzung und Prüfung von PSA gegen Absturz, insbesondere Rundschlingen und Hebebändern.

Frage:

Die BGR 198 fordert für die wiederkehrende Prüfung der PSA gegen Absturz, dass diese nur durch eine entsprechend befähigte Person bzw. einem entsprechenden Sachkundigen durchgeführt werden darf.
1.Frage: Darf eine entsprechend ausgebildete Person auch die Prüfung von Rundschlingen oder Hebebändern durchführen? Die Prüfungen von Bandschlingen sind vom Prinzip her vergleichbar.
2. Frage: Gibt es eine alterungsbedingte Ablegereife für Rundschlingen oder Hebebänder?
3. Frage: Spricht etwas dagegen, dass sich Personen, die mit PSA gegen Absturz ausgerüstet sind, an einer Rundschlinge anschlagen, obwohl diese im eigentlichen Sinne keine PSA gegen Absturz darstellt?
4. Frage: Dürfen Helme (hier: PSA gegen Absturz) auch von einer befähigten Person gem BGR 198 geprüft werden, obwohl die Helme bei dem entsprechenden Sachkundelehrgang nicht behandelt wurden ?
5. Frage: Darf eine Schleifkorbtrage für Rettungseinsätze von einer Befähigten Person für PSA gegen ABsturz geprüft werden, obwohl eine solche Trage bei dem Sachkundelehrgang nicht behandelt wurde?

Antwort :

Schutzausrüstung gegen Absturz unterliegt als persönliche Schutzausrüstung im Betrieb u.a. den Regelungen der Persönliche Schutzausrüstungen - Benutzungsverordnung (PSA-BV) und dem vierten Abschnitt der UVV BGV A 1"Grundsätze der Prävention".

Die PSA BV fordert für Schutzausrüstung, dass Wartungs-, Reparatur- und Ersatzmaßnahmen durch den Arbeitgeber durchgeführt werden. Er trägt dafür Sorge, dass die PSA während der gesamten Benutzungsdauer gut funktioniert. Dies kann z.B. durch eine geeignete Prüfung sichergestellt werden.

Die Betriebssicherheitsverordnung ist in der Regel für PSA nicht anzuwenden, da PSA kein Arbeitsmittel im Sinne der BetrSichV darstellt. Vergleiche dazu die LASI-Leitlinie zur BetrSichV LV 35 Nr. A 2.2.

Die Prüfvorgaben ergeben sich aus der PSA BV und den berufsgenossenschaftlichen Regeln (z.B. BGR 198) und BG-Informationen. Nach der BGR 198 sollen die Prüfungen von PSA gegen Absturz durch einen Sachkundigen durchgeführt werden. Der Begriff "befähigte Person" ist durch die Betriebssicherheitsverordnung belegt und sollte in dem Zusammenhang nicht verwendet werden.

Zu 1):
Die Ausbildung zum Sachkundigen für PSA gegen Absturz (gA) ist eine zweitägige Veranstaltung, deren Inhalte in der
BGG 906 festgelegt sind. Diese beinhalten keine Hebebänder oder Lastanschlagmittel.

Durch die Produktähnlichkeit könnte ein Sachkundiger für PSA gA als "befähigte Person" für Hebebänder durchaus geeignet sein, wobei hier allerdings nur die arbeitssichere Beurteilung des Produktes im Vordergrund steht.

Zu 2):
Nach
BGI 556 "Anschläger" (Kapitel 23):
Hebebänder aus Chemiefasern müssen licht- und wärmestabilisiert sein. Diese Forderung der Unfallverhütungsvorschrift ist Stand der Technik, so dass eine Vorschrift über das Ablegen aufgrund der Alterung nicht mehr in DIN EN 1492-1 Hebebänder aus Chemiefasern aufgenommen ist.

zu 3):
Aus praktischen Gesichtspunkten spricht nichts dagegen, sollte aber nur in Ausnahmefällen angewandt werden. Alle Hersteller von PSA gA bieten spezielle geprüfte und zugelassene Anschlagbänder an. Diese sind i.d.R. nach DIN-EN 354 und DIN-EN 795 geprüft.

Zu 4) und 5):
Da diese Produkte nicht zur PSA gA gehören und auch nicht in einer entsprechenden Ausbildung behandelt werden, dürfen diese auch nicht geprüft werden. Schutzhelme unterliegen als persönliche Schutzausrüstung im Betrieb u.a. den Regelungen der PSA-BV. Konkretisiert werden die Anforderunge an Schutzhelme als Kopfschutz in der
BGR 193 "Benutzung von Kopfschutz".  Schleifkörbe sind entweder PSA zum Retten oder sogar unter die Norm für hochziebare Personenaufnahmemittel zu sehen.
 


Dialognummer: 6606
Stand: 04.10.2008

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.