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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Baustellen > Gerüste, Absturzsicherungen

Frage:

In welchen Abständen müssen bei Arbeitsgerüsten Abgänge eingeplant werden? Wie sind die maximalen Rettungsweglängen definiert?

Antwort :

Relevante Vorschriften für Beantwortung der Frage ist u. a. Nr. 5 Anhang 2 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV):

"Die Auswahl der geeignetsten Zugangsmittel zu hoch gelegenen Arbeitsplätzen, an denen zeitweilige Arbeiten ausgeführt werden, hat unter Berücksichtigung des zu überwindenden Höhenunterschieds sowie der Dauer und der Häufigkeit der Benutzung zu erfolgen. Diese Auswahl muss auch die Flucht bei drohender Gefahr ermöglichen.
Beim Zugang zum hoch gelegenen Arbeitsplatz und umgekehrt, dürfen keine zusätzlichen Absturzgefahren entstehen." (Nr. 5.1.2 Absatz 2).

"Alle Einrichtungen, die als Zugänge oder zeitweilige hoch gelegene Arbeitsplätze Anwendung finden, müssen so bemessen, aufgestellt, unterstützt, ausgesteift, verankert und beschaffen sein, dass sie die bei der vorgesehenen Verwendung anfallenden Lasten aufnehmen und ableiten können. Sie dürfen nicht überlastet werden und müssen auch während der einzelnen Bauzustände und der gesamten Nutzungszeit standsicher sein." (Nr. 5.1.3)

Nach § 10 der Unfallverhütungsvorschrift BGV C 22 "Bauarbeiten" müssen Aufstiege zu Arbeitsplätzen durch Treppen oder Laufstege realisiert werden. Die Benutzung von Leitern als Aufstieg ist unter den in § 10 Absatz 4 der BGV C 22 vorgegebenen Bedingungen abweichend zulässig.

Bei Gerüstaufstiegen mit innenliegender Leiter, ist die zulässige Belastung der Leiterdurchstiege gegenüber der vom Auftraggeber geforderten Gerüstgruppe zu berücksichtigen. Ist die Belastung zu hoch, sind solche Fälle nur durch den zusätzlichen Vorbau eines Gerüstfeldes mit innenliegendem Leiteraufstieg oder eines Treppenturms zu lösen. Aufgrund dieser Anforderung ist es notwendig, bei den Arbeiten längerer Dauer und/oder nach der Anzahl der Mitarbeiter, Aufstiege nicht wie bisher als Gerüste oder Gerüsttürme mit Innenleitern sondern als Treppentürme zu konzipieren.

Gemäß der Arbeitsstättenverordnung (§ 4 "Besondere Anforderungen an das Betreiben von Arbeitsstätten" Absatz 4 der ArbStättV) muss der Arbeitgeber Vorkehrungen treffen, dass die Beschäftigten bei Gefahr sich unverzüglich in Sicherheit bringen und schnell gerettet werden können. Unter Ziffer 2.3 Absatz 1 des Anhangs zur ArbStättV wird näher erläutert, dass Fluchtwege und Notausgänge
a. sich in Anzahl, Anordnung und Abmessung nach der Nutzung, der Einrichtung und den Abmessungen der Arbeitsstätte sowie nach der höchstmöglichen Anzahl der dort anwesenden Personen richten,
b. auf möglichst kurzem Weg ins Freie oder, falls dies nicht möglich ist, in einen gesicherten Bereich führen,
c. in angemessener Form und dauerhaft gekennzeichnet sein.

Zu den Arbeitsstätten zählen auch Orte in Gebäuden oder im Freien, die sich auf dem Gelände einer Baustelle befinden und zu denen Beschäftigte im Rahmen ihrer Arbeit Zugang haben.

Allerdings können die im Kapitel 5 der Arbeitsstättenregel (ASR) ASR A2.3 "Fluchtwege, Notausgänge, Flucht - und Rettungsplan" genannten Fluchtweglängen nicht herangezogen werden, da diese Regel nicht für Baustellen anzuwenden ist. D. h. die maximalen Fluchtweglängen von Gerüsten müssen in Abhängigkeit der Ausdehnung, Höhe, der Personenanzahl und der Ausführung der Zuwegung individuell festgelegt werden. Die genannten Maximallängen für Gebäude nach der ASR A2.3 können hinzugezogen werden, sind aber nicht bindend.


Dialognummer: 6551
Stand: 01.04.2008

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