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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen
Stichworte: Müssen besondere Vorkehrungen beim Transport von zwei-komponentigen Beschichtungsstoffen getroffen werden? Wie sind diese zu lagern?

Frage:

Frage 1
Zur Beschichtung von Bodenflächen müssen von uns zwei-komponentige Beschichtungsstoffe (Basis Polyurethan und Epoxidharz) in und durch den Industriebetrieb gefahren (Transportwagen oder Gabelstapler) werden. Ist es erforderlich, dass die ungegeöffneten 30 Liter Metallbehälter in einer speziellen Auffangwanne transportiert werden?


Frage 2
Ist es eforderlich, dass die angebrochenen und geschlossenen Gebinde nach der ersten Beschichtung nicht am Arbeitsbereich, sondern in einem speziellen explosionssicheren Raum gelagert werden müssen? Muss der innerbetriebliche Transport von geöffneten Gebinden in einer Auffangwanne erfolgen?

Frage 3
Erfüllt eine von innen mit Folie ausgeschlagene Gitterbox die Anforderungen an eine Auffangwanne?




Antwort :

"Epoxidharze wirken reizend, ätzend und sind hochpotente Allergene, sie können Allergien an der Haut und an den Atemwegen hervorrufen. Gefährdungen gehen nicht nur vom Harz, sondern auch vom Reaktivverdünner und vom Härter aus, wenn die Komponenten noch nicht miteinander reagiert haben beziehungsweise nicht vollständig ausgehärtet sind." Epoxidharzprodukte werden abhängig von den Inhaltsstoffen als reizend, ätzend, gesundheitsschädlich oder giftig sowie auch entzündlich und/oder umweltgefährlich eingestuft. Weitere Informationen können Sie den nachfolgenden Links entnehmen:
http://www.hamburg.de/contentblob/116896/data/m44-pdf.pdf 
http://www.gisbau.de/giscodes/Liste/GRUPPE_6.htm
http://www.gisbau.de/service/epoxi/EpoxidharzWorkshop.pdf

Die relevanten Vorschriften zum Umgang mit Epoxidharzen und deren Produkten können Sie der Gefahrstoffverordnung entnehmen. Die erforderlichen Maßnahmen und  branchenspezifische Regelungen finden Sie  z.B. in der BGR 227 "Tätigkeiten mit Epoxidharzen" und BGI 5121 "Arbeitsplatzlüftung".

Zu 1) Es dürfen keine offenen Gebinde gelagert und transportiert werden. Ein Transport von geschlossenen Gebinden in den für die Inhaltsstoffe zugelassenen Behältnissen ist bei ordnungsgemäßer Ladungssicherung ohne Auffangwanne möglich. Eine Übersicht der beim innerbetrieblichen Transport zu beachtenden Maßnahmen ist in der
BGI 671 "Beförderung gefährlicher Güter" und  BGI 869 "Betriebliches Transportieren und Lagern" zu finden.

Zu 2) Am Arbeitsplatz darf nur die Menge bereitgehalten werden, die während der Arbeitsschicht verbraucht wird. Ein Lagern darüber hinaus ist am Arbeitsplatz unzulässig. Die Menge an Gefahrstoffen am Arbeitsplatz ist auf die für die Tätigkeit erforderliche Menge zu begrenzen und es sind geeignete Vorkehrungen für die sichere Handhabung, Lagerung und Beförderung von Gefahrstoffen zu treffen (§ 8 Abs. 2 Nr. 6 und 7 GefStoffV). Arbeits- und Lagerräume müssen gut durchlüftet sein. Reicht die natürliche Lüftung nicht aus, ist eine technische Lüftung vorzusehen. Die Fragen des Brand- und Explosionsschutz werden z.B. im Kapitel 5.3.2 und 6.1.2 der BGR 227 ausführlich erläutert.

Zu 3) Auffangwannen müssen geeignet sein, die auslaufende Flüssigkeit sicher aufnehmen zu können. Insbesondere müssen sie chemisch beständig, dicht und druckstabil bleiben. Die Lagerung flüssiger wassergefährdender Stoffe richtet sich vorrangig nach den (länderspezifischen) Anforderungen an die Lagerung wassergefährdender Stoffe gemäß Wasserhaushaltsgesetz - WHG und der Anlagenverordnung - VAwS. Hierürber kann Ihnen die zuständige Umweltbehörde Ihrer Kommune Auskunft geben.

Bei der erforderlichen Gefährdungsbeurteilung sind die Angaben der Sicherheitsdatenblätter der verwendeten Stoffe zu berücksichtigen; weiter sollte unbedingt die betriebliche Sicherheitsfachkraft und der Betriebsarzt eingebunden werden.

Die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften, Regeln und Informationen sind im Internet unter http://publikationen.dguv.de  abrufbar.


Dialognummer: 6476
Stand: 22.06.2012

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