Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Gefährdungsbeurteilung > Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung
Stichworte: Wer trägt die Verantwortung für die sachgerechte Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen?

Frage:

Nach der Gefahrstoffverordnung darf die Gefährdungsbeurteilung nur von fachkundigen Personen (das wäre bei uns die Fachkraft für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizinischer Dienst) durchgeführt werden.

Heißt das, dass der Arbeitgeber (der nicht fachkundig ist) die Gefährdungsbeurteilung veranlassen kann/muss und die Durchführung erfolgt von den fachkundigen Personen. Aber die Verantwortung für die Umsetzung der Maßnahmen trägt der Arbeitgeber.
Ist das korrekt, oder muss der Arbeitgeber die Gefährdungsbeurteilung selber durchführen?

Antwort :

Die von Ihnen gestellte Frage ist sinngemäß auf alle Rechtsvorschriften anwendbar, in denen Gefährdungsbeurteilungen gefordert werden, wie z. B. nach dem Arbeitsschutzgesetz, der Gefahrstoffverordnung, Biostoffverordnung, aber auch für den Betrieb von Arbeitsmitteln gemäß der Betriebssicherheitsverordnung.

Allgemein gilt: Der Arbeitgeber darf sich fachkundiger Personen bedienen, die in seinem Auftrag tätig werden. Dabei darf es sich um betriebseigenes Personal oder um Personal anderer Unternehmen bzw. selbständige Dienstleister handeln.
Der Unternehmer trägt die Organisationsverantwortung, d. h. er ist dafür verantwortlich, geeignete Personen mit der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung zu beauftragen. Hierzu gehört ggf. auch die schriftliche Dokumentation, Festlegung regelmäßiger Prüffristen, Auflistung von Schutzmaßnahmen, Beseitigung akuter Mängel und Festlegung von Wirksamkeitskontrollen. Der Unternehmer trägt zudem die Verantwortung für die Auswahl der beauftragten Personen oder externen Stellen.

Soweit die Theorie. Wie sieht die Praxis aus?
Eigenes Personal wird i.d.R. nur im Rahmen der eigenen Kompetenz und des eigenen Fachwissens tätig. Ggf. ist in einem Betrieb die Zusammenführung des Fachwissens verschiedener Personen erforderlich, um eine den Anforderungen entsprechende Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Personal anderer Firmen/Selbständige werden i.d.R. nur genau nach dem Wortlaut des erteilten Auftrages tätig.

Es soll hier ein anschauliches Beispiel genannt werden:
Bei der Prüfung von z. B. Gabelstaplern kann die ausführende Firma eine Prüfung "nach UVV" anbieten. Es handelt sich dabei um sehr alte Prüfgrundsätze, die weder die Prüfung der gesetzlich geforderten Rückhaltesysteme noch die Prüfung der Abgaswerte enthält.
Die durchgeführte Prüfung entspricht genau dem Auftrag/dem Angebot, erfüllt aber nicht die gesetzlichen Anforderungen.

Für Betriebsanweisungen nach Gefahrstoffverordnung ist die TRGS 555 "Betriebsanweisungen und Unterweisungen" einzuhalten. Insofern erfüllt der Unternehmer den nach Gefahrstoffverordnung geforderten Qualitätsstandart, wenn er eine Gefährdungsbeurteilung nach der TRGS 555 in Auftrag gibt.


Dialognummer: 6429
Stand: 02.02.2015

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.