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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen
Stichworte: Muss in Räumen, in denen explosionsfähige Dämpfe entstehen können, die schwerer als Luft sind, ausschließlich bodennah abgesaugt werden?

Frage:

Besteht die Anforderung, das in Räumen, in denen (ex-fähige)Dämpfe entstehen können, die schwerer als Luft sind (z. B. Peroxide oder auch Styrol), ausschließlich bodennah abgesaugt werden müssen? Das dies Sinn machen würde, steht außer Frage. Aber gibt es eine solche konkrete Forderung im Regelwerk?

Antwort :

Für die Festlegung von Maßnahmen zur Vermeidung oder Einschränkung von gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre ist TRBS 2152 Teil 2 "Vermeidung oder Einschränkung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre" heranzuziehen. Dort wird unter Ziffer 2.4.4 die Lüftung als Maßnahme beschrieben. Bei der Auslegung sind u. a. folgende Umstände zu berücksichtigen:
"Die Bildung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre kann nur dort durch Lüftungsmaßnahmen sicher vermieden werden, wo ein Abschätzung der maximalen Menge (Quellstärke) evtl. austretender Gase und Dämpfe, (...), möglich ist und die Lage der Quelle sowie die Ausbreitungsbedingungen ausreichend bekannt sind."

"Die brennbaren Gase und Dämpfe haben eine von Luft verschiedene Dichte und können sich daher in Bodennähe, (...) oder im Deckenbereich (...) und insbesondere an Stellen ausbreiten, an denen die von der Lüftungsanlage erzeugte Strömung nur relativ gering oder nicht vorhanden ist." Aus diesem Hinweis muss im Umkehrschluss gefolgert werden, dass die Lüftungsmaßnahmen am Ort der Quelle bzw. im Ausbreitungsgebiet wirksam sein muss.
In Ziffer 2.4.4.3 werden weitere Parameter zur Auslegung von technischer Lüftung erläutert.

Die berufsgenossenschaftliche Regel BGR 104 (EX-RL) konkretisiert in Nr. E 1.3.4.2 „Technische Lüftung“ dies für die Be- und Entlüftung des Inneren von Apparaturen und anderen umschlossenen Räumen:
"Gase und Dämpfe mit einem Dichteverhältnis über 1 sollten durch Entlüftungsöffnungen in Bodennähe, solche mit einem Dichteverhältnis unter 1 durch Entlüftungsöffnungen in Deckennähe abgeführt werden; die Zuluft ist dann entsprechend im oberen bzw. unteren Raumbereich zuzuführen. Die Absaugung mittels Abluftventilator ist dem Einblasen von Luft vorzuziehen, allerdings ist in diesen Fällen unter Umständen – je nach der im Abluftsystem vorliegenden Zone – das Vermeiden von Zündquellen an den Abluftventilatoren zu gewährleisten.
Die Luftströmung soll möglichst alle Bereiche des Raumes erfassen; "Kurzschlussströme” infolge ungünstiger Anordnung von Zuluft- und Abluftöffnungen sowie von Einbauten sind zu vermeiden."


Dialognummer: 6425
Stand: 01.02.2008

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