Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen
Stichworte: Darf ich bei Schwangerschaft in einer offenen Ganztagsgrundschule weiter beschäftigt werden, wenn mein Impfstatus noch nicht bekannt ist?

Frage:

Ich arbeite als pädagogische Gruppenleiterin in einer Offenen Ganztagsgrundschule, die von einem privaten Verein getragen wird. Wir haben bei uns Kinder zwischen 6 - 11 Jahren. Nun bin ich in der 6 Woche schwanger. Mein Arbeitgeber ist sich nicht sicher, ob er mich weiter beschäftigen darf, wenn mein Impfstatus noch nicht bekannt ist. Die Ergebnisse bekommt meine Frauenärztin erst nächste Woche. Nun bin ich sehr unsicher, ob ich arbeiten gehen soll oder nicht? Und was für Konsequenzen hat es, wenn mein Immunstatus trotz Impfungen nicht vollständig ist?

Antwort :

Solange der Immunstatus wie in Ihrem Fall nicht bekannt ist, besteht eine schwangerschaftsrelevante Infektionsgefahr mit den im Merkblatt der Arbeitsschutzverwaltung NRW "Mutterschutz beim beruflichen Umgang mit Kindern" aufgeführten Infektionskrankheiten.
Nach den einschlägigen Urteilen des Bundesverwaltungsgerichtes genügt für ein mutterschutzrechtliches Beschäftigungsverbot, mit dem der Gefahr einer Infektion u.a. mit Hepatitis- oder Mumpsviren vorgebeugt werden soll, bereits eine sehr geringe Infektionswahrscheinlichkeit (BVerwG Urt. v. 27.05.1993 Az.:5 C 42/89 und v. 26.04.05 Az.: 5 C 11/04).
Ihr Arbeitgeber muss die mutterschutzrechtlichen Beschäftigungsverbote einhalten. Das gilt auch für einen Verein als Arbeitgeber.
Nach Bekanntgabe der Schwangerschaft ist der Arbeitgeber verpflichtet:
-die für den Betrieb zuständige  Aufsichtsbehörde die für die Überwachung der gesetzlichen Vorschriften zuständig ist (in NRW
Bezirksregierung) über die Schwangerschaft zu informieren.
-eine sofortige Beurteilung der Arbeitsbedingungen durchzuführen. Diese Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes erstreckt sich auf jede Tätigkeit, die die werdende/stillende Mutter durchführt, und beinhaltet Art, Ausmaß und Dauer der Gefährdung bzgl. der Besonderheiten von Schwangerschaft und Stillzeit. Zweck der Gefährdungsbeurteilung ist es, gesundheitliche Gefahren für Mutter und Kind zu erkennen, zu bewerten und die entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.  Über diese Beurteilung sind zu unterrichten:
-die werdende oder stillende Mutter
-die anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
-die Personalvertretung (Betriebsrat...)

Hinweis:
Nimmt der Arbeitgeber oder die zuständige Stelle die gebotene fachkundige Überprüfung der Unbedenklichkeit des Arbeitsplatzes einer schwangeren Arbeitnehmerin nicht vor und bestehen aus ärztlicher Sicht ernstzunehmende Anhaltspunkte dafür, dass vom Arbeitsplatz Gefahren für Leben oder Gesundheit von Mutter und Kind ausgehen können, so darf der Arzt bis zu einer Klärung ausnahmsweise ein vorläufiges Beschäftigungsverbot aussprechen (BAG Urt. Az. 4 AZR 49/98).


Dialognummer: 6347
Stand: 05.04.2013

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.