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Nutzerpfad: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Arbeitsschutzorganisation, Arbeitsschutzmanagement > Verantwortlichkeit, Delegation von Verantwortung
Stichworte: Anlagenverantwortlicher vs. Arbeitsverantwortlicher: Wann darf dies ein und dieselbe Person sein, wann ist eine strikte Trennung zwingend?

Frage:

In welchen Fällen dürfen der Anlagenverantwortliche und der Arbeitsverantwortliche ein und dieselbe Person sein, wann ist eine strikte Trennung des Anlagenverantwortlichen und des Arbeitsverantwortlichen zwingend?

Antwort :

Um die Frage fachgerecht beantworten zu können, erläutern wir kurz die Aufgaben der beiden Funktionen:

- Der Anlagenverantwortliche ist derjenige, der für die sichere Ausrüstung und den Betrieb verantwortlich ist. Er ist eine benannte Person, der die unmittelbare Verantwortung für den Betrieb der elektrischen Anlage übertragen wurde. Erforderlichenfalls kann diese Verantwortung teilweise auf andere Personen übertragen werden.
- Der Arbeitsverantwortliche ist für die Sicherung an einer Arbeitsstelle der Anlage verantwortlich. Er ist eine benannte Person, der die unmittelbare Verantwortung für die Durchführung der Arbeit übertragen wurde. Erforderlichenfalls kann diese Verantwortung teilweise auf andere Personen übertragen werden.

Funktionell wird die Anlagenverantwortung vom Unternehmer in die Flächenstruktur des Betriebes mit einer Pflichtenübertragung durchgereicht. Sie endet üblicherweise bei einem Meister, dessen Leiter dann die Anlagenverantwortung vor Ort erhält. Das ist sinnvoll, weil diese Person Details der Örtlichkeit und deren Besonderheiten kennt.

Nehmen wir folgendes Beispiel: Ein Arbeitsauftrag an einer Schaltanlage wird erteilt: Reparatur eines Endverschlusses in einer 10 kV Mittelspannungsstation Koblenz Station H1.
Der Anlagenverantwortliche Herr Nxxx sitzt in seinem Büro und beauftragt seine Elektrofachkraft, Obermonteur Herr Exxx, mit der Erledigung dieses Auftrags.
Um die Arbeiten fachgerecht zuführen zu können, bedarf es einer Fremdfirma Kabelfix, die diese Abdichtarbeiten mit Spezialwerkzeug durchführt.
Dieser Arbeitsauftrag läuft schriftlich mit Benennung der Örtlichkeit und weiteren Details.
In dem schriftlichem Arbeitsauftrag ergibt sich folgende Benennung:
Anlagenverantwortung Herr Nxxxx , er fährt mit in die Schaltanlage und stellt den Schaltantrag. Danach legt er die Sicherungsmaßnahmen an der Arbeitsstelle schriftlich fest und übergibt diesen Schaltzustand mit Benennung der Sicherungsmaßnahmen dem Arbeitsverantwortlichen, den Obermonteur Herrn Exxx.
Dieser stellt die Maßnahmen her und übergibt diesen Anlagenteil der Fremdfirma Kabelfix.
Ist nun aber Obermonteur Herr Exxx wieder einmal auf Reisen, so muss der schriftliche Teil wie folgt ablaufen:
Anlagenverantwortlicher Herr Nxxx ist gleichzeitig Arbeitsverantwortlicher und dokumentiert dies in dem schriftlichen Antrag. Es besteht keinerlei Konflikt, da die Schnittstelle in der Übergabe eines definierten Schaltzustandes liegt.

Fazit:
Der Arbeitsverantwortliche und der Anlagenverantwortliche haben Schaltungen in der Anlage, sowie Arbeitsabläufe vor Arbeitsbeginn zu vereinbaren. Der Arbeitsverantwortliche und der Anlagenverantwortliche können ein und dieselbe Person sein. Der Arbeitsverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass die für die Sicherheit an der Arbeitsstelle notwendigen Maßnahmen getroffen werden. Er hat sich vom Anlagenverantwortlichen über den Schaltzustand, bereits getroffene Sicherheitsmaßnahmen, Begrenzung der Arbeitsstelle und dergleichen. einweisen zu lassen.
Die besten möglichen Sicherungsmaßnahmen (technische vor organisatorischer Maßnahme) können nur vom Anlagenverantwortlichen festgelegt werden und müssen vom Arbeitsverantwortlichen ausgeführt werden.

Weitere Erläuterungen zu Anlagen- und Arbeitsverantwortlichen können auch dem Merkblatt M 36 "Sicherer Umgang mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln" der BGHW entnommen werden.


Dialognummer: 6337
Stand: 12.08.2015

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