Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Einstufung, Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt > Sicherheitsdatenblatt
Stichworte: Muss ein Hersteller in den USA den genauen Gewichtsanteil einer krebserzeugenden Komponente offenlegen bzw. ein Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung stellen?

Frage:

Kauf einer Zubereitung mit einer krebserzeugenden Komponente aus den USA durch eine Firma mit Sitz in der EU: Muss der Hersteller in den USA den genauen Gewichtsanteil der krebserzeugenden Komponente offenlegen und muss er ein Sicherheitsdatenblatt nach EU-Recht in deutsch dem Käufer (Firma) zur Verfügung stellen?
Die Firma importiert die Zubereitung in einer Menge unter einer Tonne pro Jahr. Ich ging daher davon aus, dass die Firma keine Registrierungspflicht hat!

Antwort :

Grundsätzlich ist jeder Hersteller oder Importeur nach Artikel 6 der REACH-Verordnung verpflichtet, Stoffe ab einer Tonne pro Jahr zu registrieren. Wenn jedoch der Hersteller nicht bereit ist, seine Rezeptur offen zulegen, kann der Importeur nicht erkennen, ob die von ihm importierten Stoffe (auch in Zubereitungen) bestimmte REACH-relevante Mengenschwellen überschreiten und eine Registrierung erforderlich ist.
Es besteht jedoch nach Artikel 8 Abs. 1 die Möglichkeit, dass der Hersteller eines Stoffes oder Zubereitung mit Sitz außerhalb der EU, in diesem Fall der USA, einen Alleinvertreter innerhalb der EU benennt. Diese Person seines Vertrauens erfüllt dann als alleiniger Vertreter die Verpflichtungen für Importeure. In diesem Fall gelten dann die eigentlichen Importeure als nachgeschaltete Anwender.
Der Alleinvertreter hat auch alle anderen Verpflichtungen für Importeure im Rahmen der REACH-Verordnung zu erfüllen. D.h., er muss über ausreichende Erfahrung im praktischen Umgang mit Stoffen, über Informationen über die Stoffe sowie die eingeführten Mengen und belieferten Kunden verfügen. Er hat auch die Aufgabe, Sicherheitsdatenblätter bereitzuhalten und zu aktualisieren. Entsprechend Artikel 31 Abs. 5 der REACH-Verordnung hat die Erstellung in der jeweiligen Landessprache (Amtssprache) zu erfolgen.
Wie bereits beschrieben, gilt REACH nur für Stoffe, die in Mengen ab einer Tonne/Jahr (je Hersteller oder Importeur) hergestellt oder importiert werden.
Für krebserzeugende Stoffe: Sofern der Stoff (der von Dritten registriert wurde) der Zulassung unterliegt und gemäß Artikel 56 in Anhang XIV aufgenommen wurde oder Beschränkungen gemäß Artikel 67 unterliegt, sind die Bestimmungen unabhängig von der Menge zu beachten.
Der Zugang zum REACH-Net – Beratungsservice findet sich unter der Internetadresse
www.reach-net.com. Dort kann jeder online in der REACH-Wissensdatenbank recherchieren und - nach einer einfachen, persönlichen Anmeldung - auch neue Fragen an den REACH-Expertenverbund stellen. Dort werden auch die veröffentlichte REACH-Verordnung 1907/2006 (EU-ABl. L 396 vom 30.12.2006) und begleitende Rechtsakte angeboten.
Stand: Februar 2008
(Basis: cc11102)


Dialognummer: 6320
Stand: 10.09.2009

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.