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Stichworte: Einsatz eines Drehers bei diagnostizierte Allergie gegen mono- und diethanolaminhaltige Kühlschmierstoffe

Frage:

Bei einem Mitarbeiter besteht eine (durch Hauttest gesicherte) Allergie gegen Mono- und Diethanolamin. Trotz Verwendung eines Diethanolamin-haltigen Kühlschmierstoffes ist es bisher nicht zu Beschwerden gekommen. Sind vergleichbare Fälle bekannt? Ist ein weiterer Einsatz als Dreher mit diesem Kühlschmierstoff zu befürworten? Welche Austauschstoffe kommen in Frage?

Antwort :

Die Tatsache, dass jemand eine Disposition zu einer Allergie gegen einen Stoff hat, bedeutet nicht, dass diese beim ersten Kontakt mit dem Stoff, gegen den er allergisch ist, ausbricht. Es heißt nur, dass sie jederzeit ausbrechen kann und auf die Dauer auch mit einem Ausbrechen zu rechnen ist. Von daher sollte der Kontakt zu Kühlschmierstoff gemieden werden. Grundsätzlich kann man davon ausgehen,dass jeder Kühlschmierstoff Amine enthält oder im Gebrauch anreichern wird (im Allgemeinen beides).

Aufgrund von Krebsgefahr besteht ein Verwendungsverbot für wassermischbare Kühlschmierstoffe mit sekundären Aminen (Diethanolamin). Maßgeblich sind hierbei die Arbeitsschutzregelungen der technischen Regeln für Gefahrstoffe ”Verwendungsbeschränkungen für wassermischbare bzw. wassergemischte Kühlschmierstoffe,bei deren Einsatz N-Nitrosamine auftreten können” (TRGS 611 - Link als pdf-Datei). Frischer wassermischbarer Kühlschmierstoff darf keine Nitrosierungsagenzien oder deren Vorstufen und keine sekundäre Amine als Komponenten enthalten. Monoethanolamin ist ein häufig eingesetzter Ersatzstoff für Diethanolamin. Da im beschriebenen Fall auch eine Allergie gegen Monoethanolamin besteht, sollte der Arbeitnehmer den Arbeitsplatz wechseln oder das Monoethanolamin sollte ersetzt werden. Vom Lieferanten sollte die Bestätigung eingeholt werden, dass es sich um einen aminfreien Kühlschmierstoff handelt, der weder freie noch verkappte Amine enthält. Entsprechende Kühlschmierstoffe bietet der Handel an. Gleichwohl ist eine entsprechende Pflege und Kontrolle des Kühlschmierstoffes unverzichtbar. Sollte technisch die Möglichkeit der Trockenzerspanung gegeben sein, wäre dies möglicherweise eine Alternative.

Hinweis zur Gültigkeit der TRGS:

Mit Inkrafttreten der neuen Gefahrstoffverordnung zum 1.1.2005 haben die bisherigen technischen Regeln (TRGS) eine andere rechtliche Bedeutung erhalten, da die Verordnung keine Übergangsbestimmungen für das technische Regelwerk enthält. Die bisherigen technischen Regeln können jedoch auch künftig als Auslegungs- und Anwendungshilfe für die neue Verordnung herangezogen werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die noch nicht überarbeiteten Technischen Regeln nicht im Widerspruch zu der neuen Verordnung stehen dürfen (siehe auch Bekanntmachung des BMWA vom 31.12.2004 ).
 


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