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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Toiletten
Stichworte: Darf man die Grundfläche eines Toilettenraumes in der Tiefe um den Betrag der vorgesetzten Wand verringern?

Frage:

Ich habe eine Frage bezüglich der Einrichtung von Toiletten nach ASR 37/1 in Bezug auf die Raumgröße (Grundfläche). Unter Punkt 8 der ASR 37/1 sind die verschiedenen Grundflächen, je nach Öffnung der Türe etc. angegeben bzw. in Bildern dargestellt. Ich gehe davon aus, dass sich diese Maße auf die Grundfläche des Raumes beziehen. Nun möchten wir bei einem größerem Neubauprojekt jedoch Spülkästen in der Wand unterbringen, dadurch wird jedoch die Grundfläche verändert und die Räume müssten somit größer gebaut werden. Es bietet jedoch z.B. aus Aspekten der Reinigung aber Vorteile, da somit weniger schwer erreichbare "Dreckecken" entstehen und die Reinigung wesentlich leichter durchührbar ist.

Die Frage lautet nun, ob man die Grundfläche in der Tiefe um den Betrag der vorgesetzten Wand verringern darf und die Maße aus der ASR nun in Brusthöhe, jedoch nicht am Boden eingehalten, werden? Wenn die Maße am Boden eingehalten werden müssen, würde dies die Grundfläche des Neubaus deutlich vergrößern, da 20 Toilettenräume vorgesehen sind.


Antwort :

Die Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV selbst stellt nur allgemein gehaltenen Anforderungen an Toiletten. Gemäß Ziffer 4.1 des Anhangs zur ArbStättV sind Toilettenräume mit verschließbaren Zugängen, einer ausreichenden Anzahl von Toilettenbecken und Handwaschgelegenheiten zur Verfügung zu stellen. Sie müssen sich sowohl in der Nähe der Arbeitsplätze als auch in der Nähe von Pausen- und Bereitschaftsräumen, Wasch- und Umkleideräumen befinden.

Die Arbeitsstättenrichtlinien wurden in Ergänzung der alten (bis August 2004 geltenden) Arbeitsstättenverordnung erlassen. Gemäß der Übergangsregelung des § 8 Abs. 2 ArbStättV (neu) gelten die im Bundesarbeitsblatt bekanntgemachten Arbeitsstättenrichtlinien bis zur Überarbeitung durch den Ausschuss für Arbeitsstätten und der Bekanntmachung entsprechender Regeln durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, längstens jedoch sechs Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnung, fort.

Grundsätzlich sind damit bei der Errichtung und Gestaltung von Arbeitsstätten die Arbeitsstättenrichtlinien als Regeln der Technik heranzuziehen. Das bedeutet aber nicht, dass diese in jedem Fall zwingend anzuwenden sind. Vielmehr gilt auch hier die Vermutungswirkung, dass bei Arbeitsstätten, die die Anforderungen der Arbeitsstättenrichtlinien erfüllen, auch die Schutzziele der Arbeitsstättenverordnung erreicht werden.

Die in der ASR 37/1 genannten Abbildungen und Maße basieren noch auf der alten DIN 18228. Diese DIN wurde durch die Richtlinie VDI 6000 Teil 2: Arbeitsplätze und Arbeitsstätten ersetzt. Wie den Erläuterungen des VDI  zu entnehmen ist, stellt Blatt 2 der Richtlinienreihe VDI 6000 die Erfordernisse der Arbeitswelt in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Planung, Bemessung und Ausstattung von Sanitärräumen an Arbeitsplätzen und in Arbeitsstätten ist besonders an die Art der Tätigkeit anzupassen. Die Arbeitsstättenrichtlinien lassen Spielräume für eine sinnvolle Anpassung offen, die VDI 6000 Blatt 2 zeigt auf, wie diese Spielräume genutzt werden können.

Hinweis: Die neuen Arbeitsstättenregeln bietet die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin auf ihren Internetseiten an.


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