Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Wasch- und Umkleideräume
Stichworte: Wie müssen Ausgänge aus Umkleideräumen gestaltet sein, in denen sich temporär bis zu 100 Personen aufhalten können?

Frage:

Wo finde ich Informationen über Anzahl und Größe von Ausgängen aus Umkleideräumen, in denen sich temporär bis zu 100 Personen aufhalten können? Der Raum besitzt bisher nur eine nach innen öffnende Tür und Oberlichter (keine Fenster).

Antwort :

Anforderungen an Umkleideräume finden sich in § 6 Abs. 2 Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV und  in der Ziffer 4.1 des Anhangs zur ArbstättVWeitere Informationen zu Umkleideräumen und deren Anforderungen werden in den Dialogen der KomNet-Wissensdatenbank erläutert.

Konkretisierende Anforderungen an die Beschaffenheit dieser Räume werden in den Arbeitsstätten-Richtlinien (ASR), z.B.  ASR 34/1-5 "Umkleideräume" erläutert. Danach sind nach Nr. 4.1 der ASR 34/1-5 "Die Zugänge von Umkleideräumen so zu gestalten, dass die sich in den Räumen aufhaltenden Arbeitnehmer gegen Zugluft und Einblick geschützt sind. Bei Umkleideräumen mit mehreren Zugängen sollen Ein- und Ausgänge getrennt sein. Wenn die Umkleideräume für eine gleichzeitige Benutzung durch mehr als 100 Arbeitnehmer bestimmt sind, müssen die Ein- und Ausgänge getrennt sein."  

Die Anzahl, Abmessung, Lage und Ausführung der Türen muss sich nach der Art und Nutzung der Räume richten (Ziffer 1.7 des Anhangs zur ArbStättV). Konkretisierungen können der ASR 10/1 "Türen,Tore" entnommen werden. Nach Nr. 3 der ASR 10/1 ist die Zahl der Türen anhand der Anzahl der Arbeitnehmer im Raum bzw. der Sitzplätze im (Pausen-) Raum und der Abmessung der Türen festzulegen. Die Maße der Türen ergibt sich aus Nr. 5 der ASR 10/1; danach soll die Breite der Wege (Türen) bei bis zu 100 Personen im Einzugsbereich 1,25 m betragen.

Anmerkung zu den Arbeitsstätten - Richtlinien - ASR - :
Nach § 8 der neuen ArbStättV gelten die alten Arbeitsstättenrichtlinien – ASR – weiter, bis entsprechende neue Regeln durch den Ausschuss für Arbeitsstätten erarbeitet und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bekannt gemacht werden, längstens jedoch bis 2010.

Bei der Bemessung der Verkehrswege / Türen, die auch gleichzeitig Fluchtwege darstellen, ist die "neue" Arbeitstätten-Regel ASR A 2.3 heranzuziehen. Dabei ist die Mindestbreite von Fluchtwegen bei mehr als 20 und bis zu 200 Personen mit mindestens 1,20 m auszuführen (Nr. 5). Und weiter gilt: "Bei der Bemessung von Tür-, Flur- und Treppenbreiten sind sämtliche Räume und für die Flucht erforderliche und besonders gekennzeichnete Verkehrswege in Räumen zu berücksichtigen, die in den Fluchtweg münden. Tür-, Flur- und Treppenbreiten sind aufeinander abzustimmen.
Die Mindestbreite des Fluchtweges darf durch Einbauten oder Einrichtungen sowie in Richtung des Fluchtweges zu öffnende Türen nicht eingeengt werden. Eine Einschränkung der Mindestbreite der Flure von maximal 0,15 m an Türen kann vernachlässigt werden."

Fazit: Erfolgt der Ein- und Ausgang zum Umkleideraum durch eine Tür sollte diese eine Mindesbreite von 1,25 m aufweisen. Darüber hinaus können / sollen mehrere Zugänge zum Umkleideraum installiert werden. Dabei ist insbesondere die Fluchtwegsituation aus dem Umkleideraum zu betrachten. Die konkrete Anzahl der Türen muss der Arbeitgeber selber festlegen. Er muss dabei die o.g. Kriterien berücksichtigen (Art und Nutzung der Räume, Personenanzahl, gewählte Türbreite (n), Fluchtweglänge, etc.).  Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung kann der Arbeitgeber zu anderen Lösungen kommen, sofern die andere Maßnahme die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz der Beschäftigten gewährleistet.Wir empfehlen Ihnen die Beratung der zuständigen Arbeitsschutzverwaltung in Anspruch zu nehmen, die für den Arbeitsschutz zuständigen Dienststellen finden Sie unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/ansprechpartner_beratung/bezirksregierungen/index.php . 


Dialognummer: 6135
Stand: 21.08.2012

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