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Stichworte: Frage zur Einstufung und Kennzeichnung von Quecksilberdicyanid

Frage:

Frage zur richtigen Einstufung und Kennzeichnung / Richtlinie 64/548/EWG:
Im Annex I zur Richtlinie 64/548/EWG gibt es widersprüchliche Angaben, einerseits handelt es sich bei dem Stoff Quecksilber(II)-cyanid (EINECS-Name Quecksilberdicyanid, EINECS: 209-741-6, CAS 592-04-1) um "Anorganische Quecksilberverbindungen mit Ausnahme von Quecksilber(II)sulfid (Zinnober) und der namentlich in diesem Anhang bezeichneten", Annex I Index # 080-002-00-6, andererseits um "Salze der Blausäure mit Ausnahme der komplexen Cyanide, z. B. Cyanoferrate (II) und (III) und Quecksilberoxidcyanid", Annex I # 006-007-00-5.
Würden Sie uns bitte mitteilen, welchem Annex I-Eintrag der Stoff Quecksilberdicyanid zuzuordnen ist, 080-002-00-6 oder 006-007-00-5.

Antwort :

Für den von Ihnen beschriebenen Fall ist die Anmerkung A des Anhangs I der RL 67/548 von Bedeutung.
Anmerkung A:
Der Name des Stoffes muss auf dem Kennzeichnungsschild unter einer der in der Liste des Anhangs I aufgeführten Bezeichnungen angegeben werden (siehe Artikel 23 Absatz 2 Buchstabe a). In einigen Fällen wird in Anhang I eine allgemeine Bezeichnung wie „Verbindungen des...“ oder „Salze der...“ verwendet. In diesem Fall hat der Hersteller oder derjenige, der einen solchen Stoff in Verkehr bringt, auf dem Kennzeichnungsschild die korrekte Bezeichnung anzugeben. Dabei ist der Abschnitt „Nomenklatur“ des Vorworts gebührend zu berücksichtigen. Beispiel für BeCl2 (EINECS-Nr. 232-116-4): Berylliumchlorid. In der Richtlinie wird ferner gefordert, für die einzelnen Stoffe die Gefahrensymbole und Gefahrenbezeichnungen, R- und S-Sätze in Anhang I zu verwenden (Artikel 23 Absatz 2 Buchstaben c), d) und e)).
Für Stoffe, die zu einer der Stoffgruppen in Anhang I gehören, sind die in der betreffenden Eintragung in Anhang I erwähnten Gefahrensymbole, Gefahrenbezeichnungen, R- und S-Sätze zu verwenden. Für Stoffe, die zu mehreren Stoffgruppen in Anhang I gehören, sind die in beiden betreffenden Eintragungen in Anhang I erwähnten Gefahrensymbole und Gefahrenbezeichnungen, R- und S-Sätze zu verwenden. Sind in zwei Eintragungen für die gleiche Gefahr verschiedene Einstufungen angegeben, so ist diejenige zu verwenden, die der größeren Gefahr entspricht.
Beispiel: Stoff AB — kein Einzeleintrag in Anhang I
Stoffgruppeneintrag in Anhang I für Verbindungen von A: Repr. Cat. 1; R61 Repr. Cat. 3; R62 Xn; R20/22 R33 N; R50-53
Stoffgruppeneintrag in Anhang I für Verbindungen von B: Carc. Cat.1; R45 T; R23/25 N; R51-53
Es ergibt sich folgende Einstufung des Stoffes AB: Carc. Cat. 1; R45 Repr. Cat. 1; R61 Repr. Cat. 3; R62 T; R23/25 R33 N; R50-53
Daraus ergibt sich, dass Sie die Einstufung des Kations und des Anions prüfen müssen und jeweils die, die der größeren Gefahr entspricht, anwenden.
Der Zugang zum REACH-Net – Beratungsservice findet sich unter der Internetadresse www.reach-net.com
. Dort kann jeder online in der REACH-Wissensdatenbank recherchieren und - nach einer einfachen, persönlichen Anmeldung - auch neue Fragen an den REACH-Expertenverbund stellen. Dort werden auch die veröffentlichte REACH-Verordnung 1907/2006 (EU-ABl. L 396 vom 30.12.2006) und begleitende Rechtsakte angeboten.
Stand: 30. November 2007
(Basis: cc9624)


Dialognummer: 6092
Stand: 15.09.2009

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