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Stichworte: Was ist unter der `ständigen Überwachung` gemäß TRBS 1201 zu verstehen?

Frage:

In der TRBS 1201 ist unter Punkt 3.1 die Rede von der "ständigen Überwachung". Für diese muss das Arbeitsmittel durch messtechnischs Maßnahmen überwacht werden. Reicht es hierbei aus, z. B. bei regelmäßigen/täglichen Begehungen der entsprechenden Arbeitsbereiche z. B. Ölfüllstände zu kontrollieren?
Zudem heißt es, dass die befähigte Person verantwortlich einbezogen werden muss. Bedeutet dies, dass die befähigte Person die ständige Überwachung kontrollieren muss (reichen hierzu Stichproben aus?) oder reicht es aus, die befähigte Person "nur" für die Erarbeitung der notwendige Maßnahmen mit einzubeziehen?

Antwort :

Nach der TRBS 1201 "Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen" Ziffer 3.1 gelten Arbeitsmittel, die Schäden verursachenden Einflüssen gemäß § 10 Abs. 2 Satz 1 BetrSichV unterliegen, als ständig überwacht, wenn sie unter verantwortlicher Einbeziehung der befähigten Person durch qualifiziertes Fachpersonal in Stand gehalten werden und durch messtechnische Maßnahmen überwacht werden. Dabei muss sichergestellt sein, dass Schäden rechtzeitig entdeckt und behoben werden können.

Eine pauschale Antwort ist schwierig, da es vom jeweiligem Arbeitsmittel und den Rahmenbedingungen abhängt, welche Maßnahmen erforderlich sind, um eine ständige Überwachung zu realisieren. Vorrangig sollten hier jedoch messtechnische Maßnahmen, die ggfls. automatisch erforderliche Sicherheitsfunktionen auslösen, eingesetzt werden. Dies schließt nicht aus, dass im Rahmen einer ständigen Überwachung organisatorische Maßnahmen festgelegt werden. Unter Nr. 3.5.2 der TRBS 1201 sind Kriterien für die Festlegung der Prüffrist genannt. Mit entscheidend für eine Verlängerung der Prüffrist (bzw. im Extremfall Verzicht auf die wiederkehrende Prüfung und stattdessen ständige Überwachung) wäre die „Funktionsfähigkeit eines Verfahrens, mit dem eine planmäßige Instandhaltung (ständige Überwachung), insbesondere für sicherheitsrelevante Bau- und Verschleißteile erfolgt.“

Die befähigte Person müsste auf jeden Fall in die Entwicklung des Verfahrens einbezogen werden. Sie muss nicht unbedingt alle Überwachungsmaßnahmen selber durchführen oder kontrollieren, muss sich aber von der Wirksamkeit des Verfahrens überzeugen und es muss gewährleistet sein, dass die Kontrollmaßnahmen von entsprechend qualifizierten Personen ausgeführt werden. Eine stichprobenartige Kontrolle der durchgeführten Überwachungsmaßnahmen wäre sicherlich ein Teil der Wirksamkeitskontrolle.

Ein Beispiel für die Umsetzung einer ständigen Überwachung findet sich in der BGV A3 (Durchführungsanweisung zu § 5 Abs.1 Nr. 2):

„Ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel gelten als ständig überwacht, wenn sie kontinuierlich
• von Elektrofachkräften instandgehalten und
• durch meßtechnische Maßnahmen im Rahmen des Betreibens (z.B. Überwachen des Isolationswiderstandes) geprüft
werden.“
 


Dialognummer: 6077
Stand: 04.11.2007

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