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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Beschaffung und Bereitstellung von PSA
Stichworte: Welche Schutzausrüstung muss mir als Maurer und Stahlbetonbauer vom Arbeitgeber gestellt werden?

Frage:

Ich möchte fragen, welche Schutzausrüstung mir als Maurer und Stahlbetonbauer vom Arbeitgeber gestellt werden muß? Er sagte mir, dass er weder Arbeitsschuhe noch Handschuhe zu stellen braucht.

Antwort :

Schutzkleidung und Sicherheitsschuhe  als Teil der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wird nach dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung (§ 5 Arbeitsschutzgesetz) bereitgestellt. Für die Gefährdungsbeurteilung ist der Arbeitgeber verantwortlich.

Nach den Fachinformationen der Bau BG (Bausteine C 6) werden als PSA Sicherheitschuhe, Schutzhandschuhe u.a. Schutzkleidung für folgende Anwendungsfälle empfohlen / gefordert (vergl. auch http://www.bgbau-medien.de/bausteine/c_193/c_193.htm ) :

- Sicherheitsschuhe mit durchtrittsicherem Unterbau bei Rohbau-, Tiefbau- und Straßenbauarbeiten, Gerüstbau-, Abbruch- und Ausbauarbeiten (Putzer-, Stuck-, Fug-, Fassadenverkleidungsarbeiten), bei Arbeiten in Beton- und Fertigteilwerken mit Ein- und Ausschalarbeiten, Arbeiten auf Bauhöfen und Lagerplätzen; 

- Sicherheitsschuhe mit durchtrittsicherem Unterbau mit Absatz oder Keilsohle bei Dacharbeiten;

- Sicherheitsschuhe ohne durchtrittsicheren Unterbau, sofern nicht mit dem Hineintreten in spitze und scharfe Gegenstände zu rechnen ist, bei z. B. bei Arbeiten in Betonwerken ohne Ein- und Ausschalarbeiten sowie anderen ortsfesten Betriebsstätten, Arbeiten im Bereich von Hebezeugen, Kranen usw. (ausgenommen auf Baustellen), Ausbau, Umbau- und Instandhaltungsarbeiten (Installations- und Plattenlegearbeiten).

- Schutzhandschuhe bei Arbeiten, bei denen Hand- und Hautverletzungen durch mechanische, thermische oder chemische Gefährdungen, z. B. durch Hautkontakt mit Gefahrstoffen, Zubereitungen oder Mikroorganismen, nicht zu vermeiden sind. Siehe auch http://www.bgbau-medien.de/site/asp/dms.asp?url=/bausteine/C_108/C_108.htm.

- Schutzkleidung bei Arbeiten mit chemischen oder mikrobiologischen Arbeitsstoffen, beispielsweise bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen, Sanierungsarbeiten (Asbest, PCB, PAK, Schimmel, Fäkalien), Umgang mit Lösemitteln, Arbeiten in abwassertechnischen Anlagen, spezielle Schutzkleidung bei Freistrahlarbeiten von Beschichtungen mit gesundheitsgefährdenden oder giftigen Bestandteilen. Hitzeschutzfolien in einigen Bereichen des Feuerfestbaus, in der Nähe von heißen Massen. Siehe auch http://www.bgbau-medien.de/site/asp/dms.asp?url=/bausteine/C_193/C_193.htm  

Die erforderliche PSA ist vom Arbeitgeber kostenlos für die Beschäftigten zur Verfügung zu stellen
(§ 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz und die PSA-Benutzungsverordnung). Siehe zur Bereitstellung von PSA die Dialoge unserer KomNet-Datenbank.

Sofern im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung keine Schutzkleidung vorgesehen ist, muss diese auch nicht vom Arbeitgeber beschafft werden. Trotzdem kann der Beschäftigte verpflichtet werden Arbeitskleidung zu tragen, die nicht die Schutzfunktion analog der Schutzkleidung (PSA) besitzt. Zur Arbeitskleidung gehört oft die Latzhose oder eine Arbeitsanzug. Diese sind dann durch den Beschäftigten selbst zu stellen.   


Dialognummer: 6066
Stand: 04.10.2010

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