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Stichworte: Was kann ich als Hauswirtschafterin tun, wenn mein Arbeitgeber trotz einer bekannten Allergie gegen Hundehaare sich einen Hund anschafft?

Frage:

Als Hauswirtschafterin bin ich in einer Fleischerei beschäftigt. Dem Arbeitgeber ist bekannt, dass eine Allergie gegen Hausstaubmilben, Katzen- und Hundehaare vorliegt. Gegen die Hausstaub-Allergie erfolgte bereits eine Hypersensibilisierung.
Nun hat der Arbeitgeber trotz des Wissens einen Hund im Haushalt angeschafft. Die tägliche Arbeit wird mehr und mehr zur Qual, so dass ich inzwischen Asthmaspray einsetzen muß. Das offene Gespräch hat zu keiner Veränderung geführt. Während meiner Arbeitszeit wird der Hund weggesperrt. Außerhalb der Arbeitszeit hält er sich in der Wohnung auf.
Welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen auf die Entfernung des Hundes zu drängen? Welche Schadensersatzmöglichkeiten gibt es, falls ich zum Aufgeben dieser Arbeit gesundheitlich gezwungen bin? Welche Vorgehensweise empfehlen sie mir?

Antwort :

Wir gehen davon aus, dass sich der Hund ausschließlich im privaten Haushalt und nicht in der Fleischerei aufhält. Ansonsten müssten Sie sich ggf. an das örtlich zuständige Gesundheitsamt wenden, da Hygienevorschriften verletzt wären.

Das Arbeitsschutzgesetz gilt nicht für Hausangestellte in privaten Haushalten (vergl. § 1 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz). Da Sie als Hauswirtschafterin angestellt sind und Sie keine tierpflegerischen Tätigkeiten ausüben, handelt es sich auch nicht um Tätigkeiten i.S. der Gefahrstoffverordnung; die Biostoffverordnung findet ebenfalls keine Anwendung. Arbeitsschutzrechtlich ist dieses Problem nicht zu lösen.

Allerdings sind Hauswirtschafterinnen in der gesetzlichen Unfallversicherung ihres Unfallversicherungsträgers versichert. Hierüber bestehen durchaus Anforderungen an den Gesundheitsschutz der Beschäftigten (http://www.rguvv.de/index.php?id=25#wer und http://www.minijob-zentrale.de/lang_de/nn_10676/DE/3__Privathaushalte/NavNode.html__nnn=true). Sprechen sie diesbezüglich ihren zuständigen Unfallversicherungsträger an. 

Falls Sie aus gesundheitlichen Gründen zur Aufgabe der Arbeit gezwungen wären, könnten Sie ggf. privatrechtlich gegen Ihren Arbeitgeber vorgehen.

Diesbezüglich sollten Sie eine entsprechende Fragestellung an eine autorisierte Stellen (z.B. Fachanwalt für Arbeitsrecht, Gewerkschaften, Verbände, Kammern, etc.) richten.
Informationen sowie Fragen und Antworten zum Arbeitsrecht werden auch im Internet beispielsweise unter folgenden Adressen angeboten:
http://www.arbeitsrecht.de  
http://www.wdr.de/tv/recht  
http://www.frag-einen-anwalt.de/Arbeitsrecht__r1.html   


Dialognummer: 5993
Stand: 04.08.2007

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