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Nutzerpfad: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Röntgeneinrichtungen, Störstrahler

Frage:

In welchen Zeitabständen darf eine Panoramaröntgenaufnahme desselben Bereichs wiederholt werden?

Antwort :

Die Frage lässt sich nicht mit der Angabe eines Zeitintervalls o.ä. beantworten. Solche Vorgaben gibt es in der Röntgenverordnung nicht.

Vielmehr ist die Zulässigkeit der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen durch die Vorschrift des § 23 der Röntgenverordnung daran geknüpft, dass „ … eine Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 hierfür die rechtfertigende Indikation gestellt hat.“ Die rechtfertigende Indikation ist die „Entscheidung eines Arztes oder Zahnarztes mit Fachkunde im Strahlenschutz, dass und in welcher Weise Röntgenstrahlung am Menschen … angewendet wird.“

Wenn nun dieselbe Körperregion mit derselben „Röntgenmethode“ mehrfach untersucht wird, so muss es dafür einen rechtfertigenden Grund geben. Dieser kann z.B. vorliegen, wenn ein Chirurg einen komplizierten Knochenbruch operiert und im Verlauf der Operation die richtige Lage der Knochenfragmente durch mehrfache Röntgendurchleuchtung sicherstellen muss.

Die in der Frage angesprochene Panoramaschichtaufnahme ist eine Übersichtsaufnahme zur Darstellung des gesamten Ober- und Unterkieferbereiches. Sie gibt u.a. Aufschluss über die anatomischen Strukturen von Zähnen, Mund und Rachenraum, erlaubt eine Einschätzung der Zahnentwicklung und -beweglichkeit (Kieferorthopädie!), ermöglicht zudem aber auch als eine Art "Groborientierung" das Erkennen krankhafter Prozesse (tiefe Karies, Vereiterungen im Kiefer etc.). Sie wird daher während eines Termins beim Zahnarzt im Normalfall sicher nicht mehrfach erstellt, kann aber z.B. im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung, die sich ja über mehrere Jahre erstreckt, durchaus mehrfach erforderlich sein.

Letztlich ist entscheidend, ob eine aktuelle medizinische Fragestellung anhand einer bereits vorliegenden, also älteren Röntgenaufnahme beantwortet werden kann. Die Entscheidung darüber trifft der behandelnde Arzt.

Die Strahlenexposition einer Panoramaschichtaufnahme sollte aber auch nicht überbewertet werden. Ausweislich einer Veröffentlichung des Bundesamtes für Strahlenschutz (Tabelle S.6 [pdf]) ist sie die Röntgenaufnahme mit der geringsten effektiven Dosis (≤ 10µSv). Damit liegt sie - das liegt an den hierbei technisch möglichen effektiveren Verstärkerfolien - noch unter der Strahlenexposition der einzelnen kleinen Zahnfilmaufnahmen (etwa ein Drittel). Der ungefähre Zeitraum der natürlichen Strahlenexposition, der zu einer vergleichbaren Exposition führt, beträgt 1 bis 1,5 Tage.


Dialognummer: 5991
Stand: 04.08.2007

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