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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer
Stichworte: Welche Absturzsicherungsmaßnahmen sind auf dem Dach eines Wasserbehandlungsreaktors zu treffen?

Frage:

In einer Papierfabrik wurde ein Wasserbehandlungsraktor (Höhe = 22 m, Durchmesser ca. 4,50 m) aufgestellt, zu dessen Dachbereich eine Stahlwendeltreppe führt. Auf dem Dach des Reaktorsilos (leicht geneigt ca. 15°, Oberfläche Metall) ist an den Rändern rundherum ein Stahlgeländer (H= ca. 1,80 m) montiert, am Fußpunkt wurde ebenfalls rundherum ein Flacheisen (H=ca. 10 cm) montiert.
Frage: Muß zumindest das untere Geländerfeld nicht mit einem Drahtgitter als Durchrutschschutz rundherum versehen werden ??


Antwort :

Anforderungen zum Schutz gegen Absturz findet man in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Unter Ziffer 2.1 Anhang zur ArbStättV wird aufgeführt, dass Arbeitsplätze, bei denen die Gefahr des Absturzes von Beschäftigten besteht, mit Einrichtungen versehen sein müssen, die verhindern, dass Beschäftigte abstürzen können.

Nach § 8 der ArbStättV gelten die bestehenden Arbeitsstätten-Richtlinien – ASR – weiter, bis entsprechende neue Regeln durch den Ausschuss für Arbeitsstätten erarbeitet und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bekannt gemacht werden, längstens jedoch bis 2010.

Konkretisierende Anforderungen zum Schutz gegen Absturz werden in der Arbeitsstätten-Richtlinie 12/1-3 "Schutz gegen Absturz und herabfallende Gegenstände" erläutert.
Unter Ziffer 1.1 wird aufgeführt, dass eine Absturzgefahr besteht, wenn eine Absturzhöhe von mehr als 1,00 m vorhanden ist. Nach Ziffer 2.3 muss die Umwehrung (Geländer, feste Abschrankung, Brüstung o. ä.) mindestens 1,00 m hoch sein und bei einer Absturzhöhe von mehr als 12 m die Höhe der Umwehrung mindestens 1,10 m betragen.

Die Ausgestaltung der Umwehrung kann senkrecht (Füllstabgeländer) oder waagerecht als Knieleistengeländer ausgeführt sein. Ziffer 2.2 der ASR 12/1-3 besagt: "Die Umwehrungen sind so zu gestalten, daß die Arbeitnehmer nicht hindurchfallen können, z. B. durch Stäbe, Knieleisten, Gitter, feste Ausfüllungen. Die Umwehrungen müssen außerdem Fußleisten von mindestens 0,05 m Höhe haben oder einen gleichwertigen Schutz bieten, mit Ausnahme im Verlauf von Treppen. Bei Umwehrungen mit senkrechten Zwischenstäben darf deren lichter Abstand nicht mehr als 0,18 m betragen. Bei Umwehrungen mit einer oder mehreren Knieleisten darf der Abstand zwischen Fuß- und Knieleiste, zwischen Knieleiste und Handlauf, gegebenenfalls zwischen Knieleiste und Knieleiste, nicht größer als 0,50 m sein. Bei Umwehrungen mit anderen Ausfüllungen dürfen die Öffnungsflächen in einer Richtung keine größere Länge als 0,18 m haben." D.h. ein Geländer mit Fußleiste, Knieleiste und Handlauf stellt lediglich die Mindestforderung an eine feste Umwehrung als Absturzsicherung dar!

Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung nach  § 5 Arbeitsschutzgesetz  ist zu ermitteln, ob weitere Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Zu betrachten wäre z. B. wenn das Dach bei Nässe oder Glatteis betreten werden müsste. Dabei kann es durchaus Sinn machen zusätzliche Leisten zwischen Fuß- und Knieleiste oder auch senkrechte Stäbe einzusetzen. Ebenso sind vollflächige Ausfüllungen möglich. Hierbei ist auf die bruchhemmende Eigenschaft der Füllung zu achten.

Stand: September 2007



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